Wie geht denn so was?

Irres Feyenoord-Debüt für Ernst: Zwei Tore kassiert, aber 1:0-Derbysieg

Ex-Hertha-Torwart Tjark Ernst macht sein erstes Spiel für Feyenoord Rotterdam in der holländischen Eredivisie und erlebt einen verrückten Derby-Sonntag.

Foto von Autor/Autorin: Wolfgang Heise
Lesezeit 3 Min
Der ehemalige Torwart von Hertha BSC Tjark Ernst feierte Sonntag sein Debüt bei Feyenoord Rotterdam im Stadtderby gegen Sparta.

Der ehemalige Torwart von Hertha BSC Tjark Ernst feierte Sonntag sein Debüt bei Feyenoord Rotterdam im Stadtderby gegen Sparta.

© IMAGO

Dieses Debüt bei Feyenoord Rotterdam wird Torwart Tjark Ernst (23) nicht so schnell vergessen. Der Ex-Torwart von Hertha BSC erlebte ein irres erstes Saisonspiel in der Eredivisie - gleich das hitzige Derby beim Stadtrivalen Sparta. Zwei Tore kassierte Ernst, trotzdem gewann Feyenoord 1:0. Wie geht denn so was?

Feyenoord führte, dann wurde es für Ernst hektisch

Feyenoord hatte das Stadtduell sicher im Griff. Luciano Valente traf in der 35. Minute zum 1:0 und Ernst hatte erstmal gar nicht viel zu tun. Ganze dreimal flogen Bälle auf den Kasten des Keepers zu. Ernst machte seine typische Geste, wie sie auch die Hertha-Fans kennen.

Beide Hände kurz angewinkelt hoch, um zu zeigen: „Die Kugel berühre ich nicht, die geht vorbei.“ Komplett sicherer Eindruck. Doch dann musst er doch zweimal hinter sich greifen…

Feyenoord-Keeper Tjark Ernst zeigt sofort die Abseitsstellung von Sparta-Stürmer Zonneveld an.

Feyenoord-Keeper Tjark Ernst zeigt sofort die Abseitsstellung von Sparta-Stürmer Zonneveld an.

© IMAGO/Box to Box Pictures/Tom Bode

Dramatik in der 86. Minute. Spartas Stürmer Milan Zonneveld hatte Ernst überwunden. Gegen den Schuss aus vier Metern war der Keeper machtlos. Doch das Tor zählte nicht: Zonneveld stand klar im Abseits. Ernst zeigte es sofort an.

Abseits und ein Schubser, zwei Sparta-Tore zählten nicht

Doch es wurde noch kniffliger: In der Nachspielzeit, Sekunden vor dem Abpfiff, köpfte Zonneveld unter die Latte – keine Chance für Ernst. Doch nur 1:1 und gleich en Gegentor beim Debüt? Nein! Schiri Sander van der Eijk gab auch dieses Tor nicht. Zonneveld hatte Feyenoord-Verteidiger Jeremiah St. Juste vor seinem Kopfball geschubst, um an den Ball zu kommen.

Sparta-Stürmer Milan Zonneveld köpft ins Feyenoord-Tor ein, Keeper Ernst war da machtlos. Doch der Treffer zählte, Zonneveld hatte vorher geschubst.

Sparta-Stürmer Milan Zonneveld köpft ins Feyenoord-Tor ein, Keeper Ernst war da machtlos. Doch der Treffer zählte, Zonneveld hatte vorher geschubst.

© IMAGO/Sparta Rotterdam v Feyenoord Rotterdam

Spartas Fans kochten, aber Ernst behielt in dem Hexenkessel die Nerven. 1:0 gewonnen – wie Hertha BSC beim VfL Bochum. Für Ernst war es ein gelungenes Debüt. Doch seine echte Qualität, seine Paraden, muss er in den Hammerspielen gegen Ajax Amsterdam und PSV Eindhoven in seiner ersten Saison in Holland zeigen.

Das Vertrauen von Trainer Giovanni van Bronckhorst hat er. Der Coach legte sofort fest, dass Ernst die neue Nummer 1 bei Feyenoord ist. Schließlich hat der holländische Klub auch gut an Hertha bezahlt – 5 Millionen Euro Ablöse.

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