Irrer Streit

Der böse, böse Hotelbesitzer und sein krimineller Holzstapel

Amt fordert Baugenehmigung und droht mit 1250 Euro Strafe

Jeannette Hix
Lesezeit 2 Min
Dieser Holzhaufen sorgt seit zwei Jahren für Streit: Jetzt zieht Burkhard Scholz vor Gericht.  

Dieser Holzhaufen sorgt seit zwei Jahren für Streit: Jetzt zieht Burkhard Scholz vor Gericht.  

© Volkmar Otto

Nicht mal mannshoch ist der laut Amt so fiese Stapel aus Robinie, Eiche und Birke, der sich illegalerweise in ein Landschaftsschutzgebiet geschlichen haben soll. Hotelier Burkhard Scholz und seine 60 Mitarbeiter beheizen damit die drei Kamine im Inselhotel (Hermannswerder 30) am Templiner See. 

Das Argument der Stadt: Weil der Holzstapel mit seiner eigenen Schwere auf dem Erdboden liegt, brauche er eine Baugenehmigung. Darüber hinaus liege er neuerdings im Landschaftsschutzgebiet – eine Neuvermessung des Geländes habe das ergeben. Verschwindet der Stapel nicht, droht Scholz nun ein Bußgeld von 1250 Euro. 

Scholz sauer: „Der Holzstapel liegt da seit 20 Jahren. Näher ans Hotel darf er aus Brandschutzgründen nicht. Auch das Argument mit dem Landschaftsschutzgebiet ist strittig. Es gibt unterschiedliche Karten, wo es anfängt und endet.“

Der Unternehmer fühlt sich von der Stadt schikaniert. Denn auch die Baugenehmigung für die Markise über der vom Amt genehmigten Terrasse (F. re.) wurde zuerst abgelehnt. Begründung: Sie würde das Landschaftsbild verändern und eine zusätzliche Nutzfläche bringen. Zusätzliche Nutzfläche auf einer Markise? Ach so! Wenn Gäste die Stoffmarkise als Hängematte nutzen könnten, wäre mehr Platz ...

Scholz wandte sich ans Bauministerium. Ergebnis: Die Ablehnung der Stadt entspricht nicht der Bauordnung, so die Landesverwaltung – die Markise konnte gebaut werden. Auch um den Hotel-Steg gab es jahrelang Streit: „Zwölf Jahre habe ich mit dem Amt gestritten und zog vor Gericht. Schließlich lenkte die Stadt ein – der Steg durfte bleiben und erweitert werden.“

Nun der neue irre Streit: Um ihn zu beenden, hat Scholz sogar angeboten, den Holzstapel zu versetzen. Doch darauf habe er bis heute keine Antwort bekommen. Und die Posse nimmt kein Ende: Jetzt soll Scholz auch noch sein mobiles Saunaschiff vorm Hotel wegbewegen. Auch das verändere das Landschaftsbild. Kapitän Scholz hält dagegen: Er hat Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht.  

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