Es passierte am 31. Oktober, gegen 9 Uhr. Roland Ueckermann wohnt im Wald, 14 Kilometer von Angermünde entfernt und hat keine Nachbarn. Roland Ueckermann zum KURIER: „Wie jeden Morgen hatte ich Hanka für ihr Geschäft in den Garten gelassen, ging ins Bad. Plötzlich hörte ich lautes Hundeklagen.“
Geistesgegenwärtig riss der Förster das Fenster auf. „Ich sah, wie ein Wolf Hanka gepackt hatte, immer wieder zubiss.“ Die Hündin der Rasse Tiroler Bracke war unter den Zaun ins Freie gekrochen. Sieben Meter vor dem Haus muss sie auf den Wolf getroffen sein.
Geistesgegenwärtig sprang Ueckermann, noch nackt, aus dem Parterre-Fenster – schrie, wedelte mit den Armen, klatschte und rannte auf den Wolf zu. „Erst als ich drei Meter vor ihm stand, ließ er ab und trottete davon“, sagt Ueckermann.
Bei dem Angriff wurde die Hinterhand der preisgekrönten Hündin (ist für die Jagd ausgebildet) so schwer verletzt, dass sie nur noch mit den Vorderläufen kriechen konnte. In einer 1,5-stündigen Notoperation in Angermünde wurden die zwölf Bissverletzungen desinfiziert, ein Teil davon geklammert. Alle zwei Tage muss Hanka noch zur Wundversorgung zum Tierarzt, muss Antibiotika nehmen. Noch immer kann sie vor Schmerzen nicht richtig laufen.
Ueckermann: „Dass in Grundstücksnähe ein Wolf unterwegs ist, habe ich gewusst. Ich hatte ihn schon gesehen. Dass er Hanka angreifen würde, hätte ich nicht gedacht. Das ist schon sehr ungewöhnlich.“ Angst vor Wölfen hat Ueckermann nicht. „Ich würde es eher Respekt nennen.“
Nach dem Beißvorfall war Rissgutachter Kai-Uwe Hartleb (48) vom Landesumweltamt vor Ort. Er fand einen Pfotenabdruck (Trittsiegel) von 9,5 Zentimetern und begutachtete Hankas Bissverletzungen. Hartleb zum KURIER: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass es ein Wolf war. Festlegen möchte ich mich nicht, da es keine genetischen Beweise wie Speichel gibt.“ Ueckermanns Grundstück wird jetzt mit einem Elektrozaun gesichert. Ein elektrischer Schlag bei Zaunkontakt soll es dem Wolf unangenehm machen, sich in Menschennähe aufzuhalten.
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