In der Nacht zum Sonntag ist auf einer Autobahn in Irland ein Auto in falscher Richtung gefahren und mit einem entgegenkommenden Wagen zusammengestoßen. Die fünf Teenager in dem Fahrzeug starben noch am Unfallort, die vier Insassen des anderen Autos – drei Frauen und ein siebenjähriger Junge – kamen schwer verletzt in Kliniken. Führte die Jagd nach Likes in sozialen Medien zu dem schrecklichen Unfall?
BMW rast in den Hyundai einer Familie
Kurz vor 3 Uhr in der Nacht zum Sonntag geht bei der irischen Polizei der Alarm ein: Auf der Autobahn M9 in der ostirischen Grafschaft Kildare ist ein Auto in falscher Richtung unterwegs. Wenig später, zwischen zwei Ausfahrten nahe dem Dorf Moone, kommt es zum Frontalzusammenstoß.
In dem BMW, der in die Gegenrichtung fuhr, saßen fünf männliche Teenager – keiner von ihnen überlebte.
Im entgegenkommenden Hyundai saß eine Familie: drei Schwestern aus dem Nachbar-County Carlow, zwei in den 30ern, eine in den 20ern, dazu der siebenjährige Sohn einer der Frauen. Fahrerin und Beifahrerin schweben in Lebensgefahr, die jüngere Schwester und der Junge sind ebenfalls schwer verletzt.
Sie waren auf dem Weg zum Flughafen Dublin – zu einer Familienhochzeit in Großbritannien, wie die „Irish Times" berichtet.
„In manchen Fällen geht es um Likes“
Irlands Polizeichef Justin Kelly sprach von einem „entsetzlichen Vorfall". Er zeige, „wie unverantwortlich und gefährlich das Fahren auf der falschen Seite der Autobahn ist“. Und weiter: „Was dieses rücksichtslose Verhalten noch empörender macht, ist, dass es in manchen Fällen nur um Likes in sozialen Medien geht.“
Nach Angaben der Polizei hatte der BMW zuvor nicht für die Polizei angehalten – eine Verfolgungsjagd habe zum Unfallzeitpunkt aber nicht stattgefunden. Zeugen mit Dashcam-Aufnahmen sollen sich bei der Polizei melden.
Jugendliche filmen ihre Fluchtfahrten
Der Vizechef der Polizeigewerkschaft GRA, John Joe O'Connell, sagte dem irischen Rundfunk, es gebe zahlreiche Gruppen junger Männer, die sich gegenseitig übertrumpfen wollten und Videos ihrer Polizei-Begegnungen posteten, um dann in Gegenrichtung über Autobahnen zu fahren.
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