Arbeitszeit: Wer vor zehn Jahren eingestellt wurde, arbeitet 36,5 Stunden die Woche, heute sind es 39 Stunden – ein Zwei-Klassen-System. Es gebe Haupt- (6 Tage Arbeit, 2 frei) und Nebenturnus (Mo. bis Fr. plus Samstagsdienste). S. kritisiert, dass Fahrer im Hauptturnus weniger freihätten als das Jahr Wochenenden hat, beim Nebenturnus gäbe es keinen Ausgleich für Samstag. Zudem werde zwischen Netto- (Fahrzeit) und Bruttoarbeitszeit unterschieden: Blockpausen, bis 50 Minuten lang, würden nicht bezahlt.
Bezahlung: Ohne Feiertage bekomme man rund 1400 Euro netto, sagt S. „Wenn man 700 Euro Miete zu zahlen hat, bleibt nicht mehr viel übrig“, so der Lichtenberger. Obwohl die BVG dringend Fahrer sucht, würden Arbeitslose nach Worten des Insiders erst nachrechnen: „Hartz IV mit allem macht knapp 950 Euro, das Einstiegsgehalt bei der BVG liegt bei 1200 Euro netto – lohnt sich das?
Technik: Störungen, die der Leitstelle gemeldet werden, würden aufgeschoben. Auch hier nennt S. ein Beispiel: Fahrer, die in ihrer voll besetzten Tram einen Verlust der Bremsleistungen melden, werde geraten, zur Endhaltestelle zu fahren und dort den Zug aus- und wieder anzuschalten.
Krankheit: Von Diabetes bis Herz-Kreislauf – S. kennt Kollegen, die krank sind und fahren. „Es heißt fahrtauglich oder nicht“. Den Krankenstand empfindet er als hoch. Laut BVG liegt er aber im einstelligen Prozentbereich. Die Fahrer können laut Vertrag bis drei Tage ohne Krankschreibung zu Hause bleiben. Der Insider: „Wer das zweimal macht, muss zum Gespräch und dann die Krankschreibung ab dem ersten Tag bringen.“
Familie: Viele Teilzeitanträge gingen bei der BVG ein, sagt der Insider. „Sie werden ignoriert und bleiben liegen“, so Schmidt. Er selbst musste mehrere stellen, bis ihm die familienfreundlichere Teilzeit genehmigt wurde.
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