Schräger Wahlkampfsong der CDU

„Wer haut Verbrechern auf den Po? Ingo! Ingo!“

Der Brandenburger CDU-Spitzenkandidat hat jetzt auch einen eigenen Song.

Melanie Reinsch
Lesezeit 2 Min
Ingo Senftleben ist der Spitzenkandidat der Brandenburger CDU im Landtagswahlkampf.

Ingo Senftleben ist der Spitzenkandidat der Brandenburger CDU im Landtagswahlkampf.

© dpa

Wie gewöhnlich geben Wahlkampfwochen so allerlei Raum für Spott und Hohn, wenn sich die Spitzenkandidaten mit Hilfe ihrer Kampagnenmanager ins rechte Licht zu rücken versuchen. Dass ein Politiker aber so weit daneben greift, hat schon Exotenstatus sondergleichen. Um nicht zu sagen: Es gibt Dinge, die muss man tun. Die allermeisten Dinge im Leben gehören allerdings leider nicht dazu.

„Wer haut Verbrechern auf den Po? Ingo! Ingo!“

Denn nun hat es ein Song ins Netz geschafft, der die Wahlkampfauftritte von Ingo Senftleben, CDU-Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzender in Brandenburg, begleiten soll. Ein Ohrwurm fürs Team, ein Gassenhauer zum Mitsingen und Motivieren. So gut, so Stromberg.

Kleiner Fremdschäm-Vorgeschmack gefällig? Na dann.

„Wer haut Verbrechern auf den Po? Ingo! Ingo!“

Oder: „Wer würde für das Land alles geben? Ingo Senftleben!“

Warte, einer geht noch: „Ein Landein, schubidu. Ingo. Ingo!“

Nein, natürlich muss man das alles nicht so ernst nehmen, wie CDU-Sprecher Martin Burmeister betont. Nein, muss man nicht, sollte man nicht. Ein bisschen Spaß muss sein. Dann ist die Welt voll Sonnenschein.

Kopf-Kopf-Rennen in Brandenburg

Wenn es denn nicht so ernst wäre. In Brandenburg liefern sich momentan SPD, CDU, die Linke und AfD ein Kopf-Kopf-Rennen. In den Umfragewerten liegen die vier Parteien seit Wochen in etwa gleichauf, bei einigen Umfragen liegt die rechtspopulistische AfD mit dem Rechtsaußen-Mann Andreas Kalbitz vorn.  Der Mann, der seine Wurzeln im völkisch-nationalistischen Flügel der Partei hat, dem Verstrickungen  in die rechtsextreme Szene nachgesagt werden.

Vor allem SPD und CDU schwächeln enorm. Holte die CDU im Jahr 2014 noch 23 Prozent, liegt sie jetzt deutlich unter 20. Die Aussage Senftlebens, dass er zwar nicht mit der AfD koalieren, aber sprechen wolle, hat viele mehr als irritiert.

Der Song mag Senftleben und sein Team (und vielleicht auch einige Anhänger) bei Auftritten in gute Laune versetzen. Vielleicht ist das mindestens genauso wichtig in diesen Zeiten. Doch in diesen Wochen, in denen mit Sorge auf die anstehenden Landtagswahlen geschaut wird, sollte man sehr achtsam mit den Signalen umgehen, die man hinaus ins Land sendet. Und die Wahl und auch die Sorgen der Brandenburger nicht ins Lächerliche ziehen. Und die Gefahr besteht. Leider.

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