Ingo Senftleben (CDU)

Noch eine Panne und er will den BER plattmachen

Planer und Regierung sprechen von Wahlkampf.

Peter Neumann und Jens Blankennagel
Lesezeit 2 Min
Brandenburgs CDU-Landeschef Ingo Senftleben.

Brandenburgs CDU-Landeschef Ingo Senftleben.

© picture alliance/dpa

Arbeiten am Flughafen BER einstellen, das Gebäude entkernen oder vielleicht sogar abbrechen – mit solchen Forderungen ließen sich bislang Party- und Stammtischgespräche ganz gut bestreiten. Jetzt hat auch der ranghöchste Christdemokrat im Land Brandenburg eine solche Radikalkur ins Spiel gebracht.

Der neue Schönefelder Flughafen soll im Oktober 2020 eröffnet werden. 

Der neue Schönefelder Flughafen soll im Oktober 2020 eröffnet werden. 

© dpa

Brandenburgs CDU-Landeschef Ingo Senftleben will bei einem Wahlerfolg einen klaren Schnitt setzen, falls die BER-Eröffnung erneut verschoben würde. Er hoffe, „dass der Flughafen endlich an den Start geht“, sagte er dem Hauptstadt.TV. „Wenn der Eröffnungstermin 2020 nicht gehalten wird, werden wir einen Baustopp verhängen. Dann gilt es zu entscheiden, ob der Flughafen entkernt oder gar abgerissen werden muss, um ihn neu zu bauen und damit an den Start zu bringen.“ Senftleben ist Spitzenkandidat der CDU bei der Landtagswahl am 1. September.


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Flughafengesellschaft FBB reagiert zurückhaltend

Bei der Flughafengesellschaft FBB fiel die Reaktion am Freitag zurückhaltend aus. „Wir halten uns aus dem Wahlkampf heraus“, sagte Sprecher Hannes Hönemann. Hinter den Kulissen war Unverständnis für Senftlebens Vorstoß zu vernehmen. Zum einen hätten Berlin und der Bund, die anderen FBB-Gesellschafter, ein Mitspracherecht, hieß es. Ein Alleingang ist also gar nicht möglich.

Zum anderen sei der BER der Inbetriebnahme noch nie so nahe gewesen. Wie berichtet sind alle technischen Anlagen im Terminal fertiggestellt worden, die Verbundprüfungen haben begonnen. Hönemann: „Wir gehen davon aus, dass die Termine eingehalten werden.“

Auch in der rot-roten Landesregierung wird Senftlebens Vorstoß als Versuch gesehen, im Wahlkampf aufzufallen. Es heißt, dass seit vielen Jahren immer wieder sehr viel Geld in das mit weiten Abstand größte Infrastrukturprojekt der Region gepumpt wurde. „Es wäre doch geradezu absurd, jetzt, da es gut vorangeht, über einen Abriss zu reden“, hieß es.

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