Es könne nur noch eingeschränkt geduscht werden. „Die Legionellen werden bekämpft“, sagt er. Im Labor werde an Wasserproben untersucht, ob die Bekämpfung erfolgreich gewesen sei. Wenn ja, würden die Duschen wieder freigegeben.
Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die unter dem Mikroskop ein bisschen wie Würste oder Kroketten aussehen. Derzeit seien 57 Arten bekannt, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Manche lösen nur leichtere Infekte aus. Andere sind bedrohlicher. Die Art Legionella pneumophila etwa kann die sogenannte Legionärskrankheit auslösen.
Diese erhielt ihren Namen nach einem großen Krankheitsausbruch während eines Veteranentreffens der Pennsylvania American Legion im Juli 1976 in Philadelphia. Damals erkrankten 180 Veteranen, 29 von ihnen starben. Der Erreger hatte sich vermutlich über die Klima-Anlage des Hotels verbreitet.
Ältere Menschen besonders gefährdet
Legionellen lieben Feuchtigkeit und Wärme. Sie vermehren sich in Rohrleitungen, Wassertanks, Badebecken, Klimaanlagen – vor allem in großen Wassersystemen und dort, wo Wasser länger in Rohren oder Becken steht. Sie befallen Menschen, wenn zerstäubtes Wasser, also Sprühnebel entsteht. Mit den feinen Tröpfchen gelangen sie in die Lunge, die sich stark entzündet. Symptome der Legionärskrankheit sind hohes Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, trockener Husten.
Ältere Leute und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie Herz- und Lungenkrankheiten sind besonders gefährdet. Von ihnen sterben bis zu zu 70 Prozent an der schweren Lungenentzündung. Nach Angaben des RKI wurden 2014 bundesweit 860 Fälle von Legionärskrankheit gemeldet, 2013 waren es 923. Diese Zahlen widerspiegelten jedoch nur einen Teil der tatsächlichen Erkrankungen.
Wie groß ist nun die Gefahr beim Besuch von Bädern? Legionellen gehören zur natürlichen Mikroflora des Wassers und sind in kleiner Zahl kaum eine Bedrohung. Wie das RKI mitteilt, finde auch beim Duschen „nur eine geringe Aerosolbildung statt, so dass es wahrscheinlich nicht mit einem höheren Risiko verbunden ist als der Kontakt mit Leitungswasser aus einem Wasserhahn.“
Beim Trinken werden Legionellen nämlich nur selten aufgenommen, und wenn, dann nur von abwehrgeschwächten Personen und bei Schluckstörungen. Die großen Krankheitsausbrüche in Deutschland – etwa 2010 in Ulm und 2013 in Warstein – hatten mit größeren Kühlanlagen zu tun, aus denen Aerosole in die Luft gerieten. Dennoch ist in allen Wassersystemen Vorsicht geboten. Auch zu Hause kann man einiges gegen Legionellen tun.
Leitungen heiß durchspülen
Diese vermehren sich besonders gern bei Temperaturen zwischen 30 und 45 Grad Celsius. Aus diesem Grund wird in modernen Wassersystemen das Heißwasser mit 60 Grad Celsius zugeführt und später mit kaltem Wasser gemischt. Unter 20 Grad findet eine sehr langsame Vermehrung statt. Ab 55 Grad vermehren sich die Erreger nicht mehr, ab 60 Grad sterben sie.
Also: Die Leitungen immer gut durchspülen, am besten ganz heiß! Das gilt vor allem auch nach der Rückkehr vom längeren Sommerurlaub. Dann sollte man erst mal eine Weile das Wasser laufen lassen, bevor man duscht. Eine Übertragung der Legionellen von Mensch zu Mensch ist übrigens nicht möglich.
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