Berlin ist heiß begehrt

Immobilien machen Rekord-Reibach

19,2 Milliarden Euro – so viel blätterten Käufer 2018 für Betongold hin.

Ulrich Paul
Lesezeit 3 Min
Teuer sind Eigentumswohnungen in der City sowie im Südwesten Berlins, günstig am Stadtrand (Symbolbild).

Teuer sind Eigentumswohnungen in der City sowie im Südwesten Berlins, günstig am Stadtrand (Symbolbild).

© imago

Die Zahlen gehen aus dem Immobilienmarktbericht Berlin 2018/2019 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte hervor. Der wurde am Montag veröffentlicht. Der Bericht beruht auf den tatsächlichen Kaufvertragsabschlüssen und ist damit die zuverlässigste Quelle über die Preise von Immobilien in Berlin.

Eigentumswohnungen verteuerten sich im vergangenen Jahr im Schnitt um elf Prozent. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie für Wohn- und Geschäftshäuser zogen um 13 Prozent an. Reine Mietwohnhäuser verteuerten sich um sieben Prozent. Besonders gravierend aber: Der Bodenrichtwert für Grundstücke, auf denen Mehrfamilienhäuser entstehen sollen, wurde um 20 Prozent angehoben. In Ortsteilen wie Wedding und Moabit sogar um 30 Prozent. Der Bodenrichtwert gibt Auskunft über den Wert eines Grundstücks. Je höher er liegt, umso schwieriger wird es, preiswerte Wohnungen zu errichten.

Berliner Mieterverein (BMV) zeigt sich besorgt

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung versucht das wenige Positive aus der Preisentwicklung herauszustellen. Bau-Staatssekretär Sebastian Scheel verweist auf die „erneut rückläufigen Umwandlungszahlen von Miet- in Eigentumswohnungen“ um 22 Prozent und den Rückgang von Eigentumswohnungen bei Neubauvorhaben in Höhe von 15 Prozent. „Die Preisanstiege bei reinen Mietwohnhäusern machen aber auch deutlich, dass weitere mietpreisregulierende Gesetze notwendig sind, damit alle Berlinerinnen und Berliner sich Wohnen auch zukünftig leisten können“, räumt Scheel aber ein.

Der Berliner Mieterverein (BMV) zeigt sich besorgt. „Der durch die Preisentwicklung auf dem Immobilien-und-Grundstücksmarkt erzeugte Druck auf die Mieter ist weiterhin sehr hoch“, sagt BMV-Geschäftsführer Reiner Wild. „Insbesondere die Kaufpreise für Wohn- und Geschäftshäuser bereiten uns Sorgen.“ Gegenüber 2017 habe es hier ein Umsatzplus von 14 Prozent bei weniger Verkäufen gegeben.

Der Bau von bezahlbaren Wohnungen werde massiv beeinträchtigt. Die Bodenrichtwerte für Bauland in den innerstädtischen Quartieren mit bis zu 11.000 Euro je Quadratmeter seien der „helle Wahnsinn“, so Wild. Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) fordert: „Berlin muss dringend mehr Bauland mobilisieren“. Notwendig sei „eine breite Diskussion über Flächen wie die Ränder des Tempelhofer Feldes oder die Elisabeth-Aue“.

In Dahlem und Mitte war es in Berlin am teuersten

Mit durchschnittlich rund 5989 Euro je Quadratmeter waren Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr im Ortsteil Dahlem am teuersten. Das zweithöchste Kaufpreisniveau ermittelte der Gutachterausschuss mit durchschnittlich 5776 Euro je Quadratmeter Wohnfläche für den Ortsteil Mitte. Verkauft wurden im Jahr 2018 insgesamt 18.850 Eigentumswohnungen – zwölf Prozent weniger als im Jahr davor.

Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten im vergangenen Jahr im Schnitt 3085 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche. Am teuersten waren Ein- und Zweifamilienhäuser mit durchschnittlich 9479 Euro je Quadratmeter Wohnfläche im Ortsteil Grunewald, gefolgt von Häusern in Dahlem mit einem Preisniveau in Höhe von rund 8506 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.  

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