Charlottenburg - Gute Miene zum giftigen Spiel. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) knabbert genüsslich an einem Stück Käse, trinkt lächelnd Milch. Gestern war der Startschuss zur Grünen Woche.Die Zahlen sind beeindruckend. An der weltgrößten Schau der Agrar- und Ernährungswirtschaft beteiligen sich mehr als 1600 Aussteller. Aus 57 Ländern. Doch über allem schwebte ein Thema: der Dioxin-Skandal.Giftige Lebensmittel, verseuchte Tiernahrung. Bundesweit sind immer noch 677 Höfe gesperrt. Wurden wirklich alle erwischt? Wie gefährdet ist die Grüne Woche? Fragen, auf die es (noch) keine Antworten gibt. "Wir wissen noch nicht genau, wo es herkommt", sagte Aigner.Ihr Lösungsvorschlag: Mehr Vertrauen in unsere Lebensmitteln schaffen. Aigner will für Qualität werben und erwartet von den Herstellern bestmögliche Produkte. Doch das heißt im Umkehrschluss: Die Preise werden steigen (siehe oben). Die Ministerin: "Ich weiß, dass sehr viele Menschen in Deutschland wirklich jeden Cent umdrehen müssen. Trotzdem warne ich vor einer ,Geiz-ist-geil-Mentalität'. Deswegen lege ich auch Wert darauf, dass alles sicher, aber auch bezahlbar ist."Und Aigner wäre nicht Aigner, wenn sie nicht kräftig gegen die Skandal-Verantwortlichen poltern würde: "Diese Futtermittelpanscher haben nicht nur mir der Gesundheit der Verbraucher gespielt - sie haben einen ganzen Wirtschaftszweig in Verruf gebracht". Sprachs, und machte gute Miene zum giftigen Spiel der Grünen Woche.------------------------------INFOFutter unterm FunkturmDie Internationale Grüne Woche ist vom 21. bis 30. Januar auf dem Messegelände Berlin in Charlottenburg zu Gast. Öffnungszeiten sind von 10-18 Uhr, am 22.1., 28.1. und 29.1. bis 20 Uhr. Die Tageskarte für die Fress- und Probiermesse gibt es schon für 12 Euro, die Dauerkarte für 39 Euro. Kinder unter sechs Jahren frei.------------------------------BU: Berlins Regierender Klaus Wowereit, Ilse Aigner und Bauernpräsident Gerd Sonnleitner bei der gestrigen Eröffnung der Messe.
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