Bleifuß-Depp

Mit 185 km/h rast er in den U-Bahnhof

BMW und Mercedes liefern sich auf der Müllerstraße ein illegales Rennen.

Alexander Schmalz
Lesezeit 2 Min
Trümmer vor dem Eingang am U-Bahnhof Reinickendorfer Straße

Trümmer vor dem Eingang am U-Bahnhof Reinickendorfer Straße

© Morris Pudwell

Der Raser-Wahn einiger PS-Protzer hat erneut zu einem schweren Unfall geführt. Ein BMW- und ein Mercedes-Fahrer sollen sich laut Zeugen in der Nacht zu Donnerstag ein Rennen auf der Weddinger Müllerstraße geliefert haben. Die Tachonadel des BMW blieb bei dem Crash stehen – bei 185 km/h!.

Der BMW, mit dem ein unbekannter Autofahrer in den U-Bahneingang krache, wurde völlig zerstört.

Der BMW, mit dem ein unbekannter Autofahrer in den U-Bahneingang krache, wurde völlig zerstört.

© Morris Pudwell

Illegales Rennen in Wedding?

Ein unbeteiligter Volvo-Fahrer (54) wollte gegen 3 Uhr die Müllerstraße aus der Reinickendorfer Straße in Richtung Fennstraße überqueren, als es plötzlich krachte. Der BMW-Fahrer soll ihn ungebremst in die Seite gekracht sein. Nach Angaben der Zeugen soll der BMW-Fahrer mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit über eine rote Ampel gerast sein. Durch die Wucht des Aufpralls kam der BMW links von der Fahrbahn ab und kollidierte mit mehreren abgestellten Fahrrädern auf einer Mittelinsel. Erst das Fußgängergitter vor dem U-Bahnhof stoppte den Wagen.

Zwei Männer, vermutlich Insassen des Mercedes, befreiten den BMW-Fahrer und seinen Beifahrer aus dem Wrack. Anschließend flüchteten die geretteten Männer vom Unfallort. Der 54-jährige Volvo-Fahrer hatte noch versucht, den aggressiven Unfallverursacher festzuhalten. Vergebens!

Zerstörte Fahrräder und Trümmerteile am U-Bahnhof Reinickendorfer Straße

Zerstörte Fahrräder und Trümmerteile am U-Bahnhof Reinickendorfer Straße

© dpa

Fall erinnert an das Autorennen auf der Tauentzienstraße

Eintreffende Polizisten stellten fest, das der BMW eine Nacht zuvor gestohlen worden war. Auf einem gegenüberliegenden Parkplatz entdeckten die Beamten den Mercedes. Die beiden Insassen bestritten, ein Rennen gefahren zu sein. Beide Autos wurden sichergestellt. Auch gegen den Volvo-Fahrer wird ermittelt. Er hat keinen Führerschein.

Der Fall erinnert an das Autorennen auf der Tauentzienstraße, als im Februar 2016 ein unbeteiligter Jeep-Fahrer starb. Die beiden Raser wurden zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Der Bundesgerichtshof wird am 1. März verkünden, ob es wirklich Mord war. 

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