Um welche Bau-, Sanierungs-, Verkehrs- und Umweltprojekte es konkret geht, ist eigentlich bis Montag noch geheim. Aber der KURIER durfte schon mal einen Blick in die Liste werfen. Gute Wahl-Chancen dürfte etwa der Punkt „Springpfuhl und Springpfuhlpark aufwerten und beleben“ haben. Er ist mit einer Kostenschätzung von 20.000 Euro ausgewiesen.
Hunde-Spielplätze gehören auch zum Ideen-Wettbewerb.
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Der Bürger, der die Idee in der „Vorschlagsphase“ (17. September bis 15. Oktober) einbrachte, fordert: Abfallkörbe an allen Sitzbänken, häufigere Reinigung des Gewässers, Sicherung der Uferzone, Fütterungsverbot, freundlichere Hinweisschilder, bessere Beleuchtung. Der Park und das Gewässer seien schon viel zu lange „Müllschlucker“ gewesen.
An ungelösten Problemen fehlt es nicht
Ein zweiter Vorschlag, der hervorsticht, ist ein „Generationenspielplatz“ am Wilhelmplatz in Kaulsdorf (Kosten: 18.600 Euro). Robuste Fitnessgeräte wie Beinwippe und Balancebalken sollen gerade den Senioren im Bezirk helfen, ihre Gesundheit zu erhalten. Passende Info-Tafeln könnten in einfachen Schritten erklären, wie man richtig trainiert. Solche Erwachsenen-Spielplätze unter freiem Himmel liegen voll im Trend, haben in Berlin aber noch Seltenheitswert.
Auch über einen Kletterfels kann abgestimmt werden.
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Weitete spannende Vorschläge aus der 282-Punkte-Liste sind: Bau einer weiteren Schwimmhalle und eines Kletterfelsens, Sanierung der Wege am Schloss Biesdorf, Ansiedlung eines Bio-Ladens an der Marzahner Promenade, neue Ampeln und Zebrastreifen an der Hönower Straße, Aufstellen von Blumenkübeln gegen Tempo-Überschreitungen, Errichtung eines Hundespielplatzes am Schwabenplatz, Sanierung des Aussichtspunkts Biesdorfer Höhe und Neugestaltung des Basketballplatzes hinter der Jugendfreizeiteinrichtung „Anna Landsberger“. Man sieht sofort: An ungelösten Problemen, aber auch an Zukunftsideen fehlt es nicht.
Budget des „Bürgerhaushalts“ liegt bei 200.000 Euro im Jahr
Der Haken: Am Ende kann nur eine begrenzte Auswahl an Vorschlägen mit besonders vielen Stimmen umgesetzt werden. Das Budget des sogenannten „Bürgerhaushalts“ liegt bei insgesamt 200.000 Euro im Jahr. Weitere Projekte können aber der BVV zur Beratung und Entscheidung vorgelegt werden.
Die Bürger können sich für mehr Sportstätten einsetzen.
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Dass das ganze Konzept funktioniert, zeigen bereits umgesetzte Vorschläge aus dem vergangenen Bürgerhaushalt für die Jahre 2018 und 2019. Dazu gehören etwa die Sanierung der Wasserplansche auf dem Victor-Klemperer-Platz, die Neugestaltung des Schulhofs der Wilhelm-Busch-Grundschule und der Wiederaufbau des Naturschutzgebiets Hönower Weiherkette.
Gibt es bald einen stadtweiten Bürgerhaushalt?
Abstimmen können alle Bürger von Marzahn-Hellersdorf auf der „Mischen Sie mit“-Website des Bezirks (www.mischen-sie-mit.de). Dort wird ab Montag die komplette, aktuelle Ideen-Liste zu sehen sein, und auch die Mitmach-Funktionen werden freigeschaltet. Dann kann auf jeden Fall keiner mehr behaupten, er sei als Bürger nicht gefragt worden, wohin unsere Steuergelder fließen sollen.
Bald könnte es sogar einen stadtweiten Bürgerhaushalt für ganz Berlin geben: Das hat der rot-rot-grüne Senat zumindest in Planung. Fachleute der Verwaltung treffen sich, wie man hört, schon mit Kollegen aus Paris und Helsinki, wo es bereits größer angelegte Bürgerhaushalte gibt. Paris lässt seine Bürger jährlich über 100 Millionen Euro entscheiden.
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