Dallas - "Einen großen Sprung machen" - so nennt man es ja oft, wenn sich ein Mensch sichtbar verbessert. Wie man das nennt, was Felix Baumgartner da vorhat, kann man nicht so leicht sagen. Es hat ja noch niemand vor ihm gemacht. Er will in diesen Tagen in 36,5 Kilometern Höhe mit einem Fallschirm zurück auf die Erde springen - und dabei die Schallmauer durchbrechen.Felix, die menschliche Kanonenkugel! Der Österreicher (41) hat schon viele Abenteuer gewagt, flog etwa mit Karbonflügeln über den Ärmelkanal, sprang von der Jesus-Statue in Rio de Janeiro. Aber so lebensgefährlich wie jetzt war's noch nie. "Ich komme sicherlich nicht in Einzelteilen runter. Wir haben unheimlich viel Sicherheit eingebaut", gibt sich Baumgartner ganz zuversichtlich.Und doch könnte man sein Projekt "Red Bull Stratos" schon als Selbstmordkommando bezeichnen. Ein Heliumballon bringt Baumgartner über Texas bis auf 36 576 Meter Höhe. Das ist dreimal höher als die Reiseflughöhe moderner Passagierjets. Baumgartner trägt dabei einen Raumanzug mit Sauerstoff-Versorgung, weil so hoch oben die Atmosphäre zu dünn ist.Dünn ist auch der Anzug den er trägt, doch der hält ihn auch warm gegen die minus 70 Grad Außentemperatur. Dann springt er ab, bleibt fünf Minuten im freien Fall, erreicht dabei bis zu 1300 Stundenkilometer, bevor er etwa 1500 Meter über dem Boden die Reißleine zieht und per Fallschirm den Rest des Weges schwebend zurücklegt. Die wenigen Bewegungen, die Baumgartner beim freien Fall machen darf, sind einstudiert. Zu viel Bewegungen könnten Blutgefäße platzen lassen, ihn töten. Baumgartner: "Um mich herum wird alles schwarz sein. Wenn ich aus dem Ballon steige, mache ich mich auf eine Reise, die noch kein Mensch zurückgelegt hat. Ich werde der erste Mensch sein, der die Schallmauer durchbricht. Ein Rekord für die Ewigkeit."Und auch drei weitere wird der 41-Jährige brechen: höchste bemannte Ballonfahrt, höchster Absprung der Welt, mit 1300 km/h schnellster frei Fall und mit über fünf Minuten der längste freie Fall. "Ich wollte immer der beste sein. Schon in der Schule beim Sackhüpfen. Ich will der Welt etwas hinterlassen", so Baumgartner.------------------------------BU: Ein Ballon bringt Baumgartner in einer dreistündigen Fahrt in die Stratosphäre. Da springt er ab. Oben: Baumgartner bei einem Sprung aus 8000 Metern. Über fünf Minuten dauert der freie Fall. Rechts: Hoffentlich strahlt er nach der Landung genauso wie nach seinem Ärmelkanal-Flug 2003.
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