Hybrid-Boom in Deutschland. Eine Übersicht

Die Kraft der zwei Herzen

Rainer Bekeschus
Lesezeit 4 Min

Lange hatten deutsche Autokonzerne für Hybrid-Antriebe aus Japan gerade mal ein mildes Lächeln übrig. Inzwischen hat sich ihre Einstellung zur Kraft der zwei Herzen rasant gewandelt. Hier eine Übersicht über diewichtigsten Hybrid-Autos, die derzeit in Deutschland zu haben sind.------------------------------Honda200 km/h Spitze, aber nur 5 Liter VerbrauchDer neue 4,08 Meter kurze und 1,40 Meter flache Honda CR-Z (links) ist ein viersitziges Sportcoupé. Benziner und Elektromotor stellen eine Gesamtleistung von 124 PS bereit (9,9 Sek. auf Tempo 100, 200 km/h Spitze, CO2: 117 g/km). Pfiffig: Der Japaner quittiert die Gasstöße nicht e-mäßig summend, sondern mit herrlich klangvollen Bässen. Der Akku lädt sich auch durch Energierückgewinnung beim Bremsen. Eine Start-Stopp-Automatik ist an Bord. Dank diesem Kraft-Mix aus zwei Welten verbraucht er nur 5 Liter Super im Schnitt. Preis: ab 21990 Euro. Günstiger zu haben ist der 4,40 Meter lange Honda Insight (oben) mit 88-PS-Benziner und 15-PS-Elektromotor: ab 19950 Euro.ToyotaSpritsparer mit 181 PSDer 4,22 Meter lange Auris mit Vollhybrid steht ab 18. September bei den Händlern. Systemleistung: 136 PS, Preis: 25400 Euro. Deutlich stärker kommt der neue Auris-HSD daher. Hier unterstützt ein82-PS-Elektromotor einen 1,8- Liter-Benziner mit 99 PS. Die Kraftübertragung übernimmt eine stufenlose Automatik. Damit ist er in 11,4 Sekunden auf 100, läuft 180 km/h Spitze und verlangt gerade mal 3,8 Lieter Super im Schnitt (CO2: 89 g/km). Ab 22950 Euro.BMWEin Bulle mit Top-TechnikDen bulligen 4,88 Meter langen ActiveHybrid X6 treiben ein V8 mit 407 PS und zwei E-Motoren an. Summe: 485 PS. In 5,6 Sekunden ist das Schiff auf 100, erreicht 236 km/h, verbraucht 9,9 Liter im Schnitt (CO2: 231 g/km). Bemerkenswert, wie häufig Brems- oder Bewegungsenergie in den Akku gespeist wird. Sogar auf der Autobahn wird fleißig Strom generiert, der beim nächsten Beschleunigen wieder genutzt werden kann. Preis: ab 102900 Euro.VWDer flotte und edle Big-SUVDer neue Vollhybrid-Touareg (4,79 m lang) mit den zwei Herzen kommt flott und edel daher. Zum V6-Benzindirekteinpritzer mit Kompressor (333 PS) gesellt sich bei dem Big-SUV ein 47-PS-E-Motor. Das Energiebündel (580 Nm) kann 5 Kilometer rein elektrisch fahren. Beim Bremsen, Schieben oder Anhalten arbeitet der E-Antrieb als Generator, lädt die Akkus wieder. Durchschnittsverbrauch: nur 8,2 l Super (CO2: 193 g/km). Preis ab 73500 Euro.SmartMogelpackung für 13700 EuroDen 2,70 Meter kurzen Smart Fortwo gibt es zwar als "Mildhybride drive". Einen eigenen E-Antrieb hat er dennoch nicht. Für den 71-PS-Benziner gibt es nun eine automatische Motorabschaltung (Start-Stopp-System) an der Ampel und im Stau. Unter 8 km/h schaltet das System den Motor selbstständig beim Treten des Bremspedals ab und startet wieder nach dem Loslassen des Pedals. Verbrauch: 4,5 l (CO2: 105 g/km). Preis: ab 13700 Euro.LexusKraftvoll wie ein SamuraiDer 5,03 Meter lange Japaner Lexus LS 600 h ist stark wie ein Samurai, gleichzeitig elegant wie die japanische Kaiserin. Den Muskelpart übernimmt ein V8-Benziner plus Elektro-Kraftpaket (445 PS). Der 2,3-Tonner läuft selbst bei 250 km/h noch gentlemanlike leise, verbraucht nur 9,2 l Super im Schnitt (CO2: 219 g/km). Bremsen und Schieben sorgen nicht für Energieverluste, sondern dienen dem E-Motor, um den Akku wieder aufzuladen. Preis ab 108400 Euro.Mercedes"Sparsame" S-KlasseKlar, der S 400 (5,08 m lang) verströmt so schon so rundum Noblesse. Als Hybrid-Variante ist er auch noch fast so sparsam (7,9 l Super im Schnitt; CO2: 186 g/km) wie ein Kleinwagen. Neben dem Sechszylinder-Benziner (279 PS) ist noch ein Elektromotor an Bord. Die Lithium-Ionen-Akkus spendieren 20 PS extra. Allerdings unterstützen sie nur das Beschleunigen. Er sprintet in 7,2 Sekunden auf 100, erreicht später 250 km/h. Preis: ab 86037 Euro.------------------------------Lohnt sich ein Hybrid?Fakt ist: Auf dem Weg zur Elektromobilität stellen Hybridfahrzeuge eine wichtige Übergangslösung dar. Schon der Reduzierung des Spritverbrauchs und Schadstoffausstoßes wegen.Insofern macht Hybrid Sinn. Für das grüne Gewissen lohnt ein Kauf allemal. Allerdings ist derzeit der technische Aufwand der Autohersteller für das Zusammenspiel der Kräfte von Elektroantrieb, teurer Batterie und Verbrennungsmotor noch enorm.Daher sind die meist recht teuer angebotenen Modelle wohl eher etwas für Betuchte. Solche, die nicht rechnen müssen, wann sich ihr Modell amortisiert. Sie sind eher Überzeugungstäter und kaufen aus Imagegründen.Für Otto Normalverbraucher indes taugen rein rechnerisch bisher die wenigsten Hybrid-Modelle. Zumal unterliegen Autos mit der Kraft der zwei Herzen einem ähnlichen Wertverlust wie ganz normale Pkw auch.

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