Hunderttausende gehen landesweit auf die Straßen, kämpfen gegen das Regime

Blutiger Freitag in Ägypten

BK
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Kairo - Es war der "Freitag der Wut" und Ägypten wurde von der Außenwelt abgeschnitten: Kein Internet, kein Handynetz, keine SMS - virtuelle Totenstille in einem Land, dass aus den Angeln gehoben wird.Hunderttausende protestieren gegen Husni Mubarak - und sein Regime reagiert immer panischer auf die Wut der Bürger: Schießbefehl für die Polizei, der Hoffnungsträger der Opposition, Friedensnobelpreisträger Mohammed El Baradei, wurde mit Anhängern in einer Moschee unter Hausarrest gestellt.Nach dem Freitagsgebet war der Kampf im ganzen Land entbrannt: Polizeiwachen und Büros der Regierungspartei NDP wurden angegriffen, Beamte in Uniform und in Zivil prügelten auf die Demonstranten ein. Suez, seit Tagen eine Hochburg der Proteste, soll nach erbitterten Kämpfen am Nachmittag an die Mubarak-Gegner gefallen sein, die Polizei zog sich aus der Stadt zurück. Auch in Alexandria wurden Polizeitruppen von den Demonstranten überrannt, gaben hilflos auf. In Kairo fiel eine zentrale Nil-Brücke in die Hand der Regimegegner. Die blutigen Straßenschlachten griffen auch auf die reichen Vorstädte über, Oppositionsführer Ayman Nour wurde lebensgefährlich verletzt - er war 2005 bei den Wahlen gegen Mubarak angetreten, dafür eingesperrt worden. Gezielt machten die Schergen des Präsidenten Jagd auf internationale Kamerateams, die verhaftet wurden. Doch es gibt auch Hoffnung - im ganzen Land schlossen sich gestern Polizeieinheiten den Demonstranten an. Auch religiöse Grenzen fielen: Koptische Christen schützten in Kairo Moslems beim Freitagsgebet vor Polizeiangriffen.Mit einer Mischung aus Sorge und Solidarität beobachtet das Ausland den Volksaufstand. Ägyptens wichtigster Verbündeter, die USA, rief zur Mäßigung auf: Außenministerin Hillary Clinton zeigte vorsichtiges Verständnis für die Demonstranten.Am Abend eskalierte die Situation: Landesweit starben mindestens 20 Menschen. Die Zentrale der Mubarak-Partei (NDP) in Kairo wurde in Brand gesetzt. Es kam zu Plünderungen. Stunden später meldete sich Mubarak im Fernsehen. Er kündigte die Bildung einer neuen Regierung an.------------------------------Zwischenzeile: DEMONSTRANTEN FEIERN ERSTE SIEGE ÜBER POLIZEIZwischenzeile: AM ABEND ESKALIERT ALLES: BRÄNDE, PLÜNDERUNGEN

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