Zwei weiße Malteser-Welpen schauen in die Kamera. Gerade hat sie das Veterinäramt aus den Fängen von Tierhändlern befreit und in ärztliche Obhut genommen. Ob die Welpen überleben, weiß auch nach der Rettung niemand.
Denn: „Kriminelle Händler trennen die Hunde zu früh von der Mutter, weshalb sich das Immunsystem nicht richtig ausbildet“, sagt Maack. Meist werden die zum Verkauf noch viel zu jungen Welpen auch nicht geimpft. Sie sterben im Alter von wenigen Wochen. Aber: „Ihre Überlebenschance erhöht sich, wenn wir sie sicherstellen und ans Tierheim übergeben.“
Stadtrat Sebastian Maack (50) greift hart durch. Er will den illegalen Hunde-Handel stoppen.
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Um Tätern auf die Schliche zu kommen, sucht das Veterinäramt ständig nach unseriösen Annoncen im Internet – etwa auf Ebay. „Es stimmt etwas nicht, wenn fünfwöchige Jungtiere angeboten werden“, sagt Ordnungsstadtrat Maack.
Ein Welpe darf erst ab acht Wochen unter strengen Auflagen verkauft werden. Ein importierter Hund braucht eine Tollwutimpfung, die frühestens mit zwölf Wochen gegeben werden darf und erst nach einer Woche wirkt. Das Tier muss deshalb bei einem seriösen Verkauf mindestens 13 Wochen alt sein.
Manchmal gibt es Tipps von skeptischen Hundekäufern, die auf eine Annonce gestoßen sind und beim Amt um Rat fragen. „Im Verdachtsfall können wir mit zum Verkaufstermin fahren und einschreiten“, sagt Maack.
Die Jungtiere stammen meist von Hundemärkten in Polen. Entweder sind es Gelegenheitskäufer oder kriminelle Händler, die sie von dort nach Berlin bringen. Gibt es Hinweise darauf, dass Welpenanbieter illegalen Händlerringen angehören und dass Gewalt zu befürchten ist, kommt die Polizei mit zum Einsatz. „Schon öfter haben Zivilbeamte Verkäufer in Handschellen abgeführt“, sagt Maack. Einige dieser Leute würden auch mit anderen Waren handeln – etwa Drogen.
Auf polnischen Märkten werden Hundewelpen aus Kisten verkauft. Die Tiere leiden, bekommen meist keine Impfungen.
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Ein Problem sieht Stadtrat Maack darin, dass er nur in Reinickendorf tätig werden darf. Aber die Geschäfte der Welpenhändler kennen keine Bezirksgrenze. Maack schlägt vor, die Zuständigkeit für ganz Berlin zentral bei einem Bezirk anzusiedeln. Aber das stößt bisher nicht auf Zustimmung der anderen Bezirksämter – obwohl es die Arbeit erleichtern würde.
Keine offiziellen Zahlen gibt es bisher dazu, wie oft Razzien gegen Hunde-Händler in Berlin stattfinden. Die Kriminellen sollen im Unklaren darüber sein, wie dicht man ihnen auf den Fersen ist. Ertappten Tätern droht ein Tierhandelsverbot. Bei Zuwiderhandlung werden 20.000 Euro Strafe fällig. Wer das Geld nicht zahlt, muss mit Erzwingungshaft rechnen.
Welpenkäufer sollten sich immer das Muttertier zeigen lassen, um einen illegalen Hunde-Import auszuschließen. Verkäufer müssen ordnungsgemäße Papiere (Impfausweis und Herkunftsbescheinigung des Welpen) vorweisen können – und sie dem Käufer übergeben.
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