Im Mittelpunkt des Bus-Streits steht ein scheues Wesen – der Tourist. Niemand will ihn vergraulen, denn er bringt Geld. Gleichwohl muss die Politik an die Nerven der Berliner denken. Ex-Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) stieß die Debatte um eine Reisebus-Maut an (KURIER berichtete). Jetzt legt der VBKI nach: Nur noch einer eng begrenzten Zahl von Bussen soll die Fahrt in die City erlaubt werden – mit Eintrittskarten aus dem Internet und abhängig vom Verkehrsaufkommen. Was fehlt, ist ein klares Zeichen des Senats.
Aber dort heißt es: Das „Wiener Modell“, wie die VBKI-Idee auch genannt wird, komme nicht infrage. Bei dem Verbotskonzept aus Österreich gehe es um eine kleine Busverbotsfläche in der Wiener City. Berlin, eine Stadt mit vielen Zentren, brauche ein Konzept für Orte mit vielen Besuchern – den Gendarmenmarkt, die Arena am Ostbahnhof. Oder eben Museumsinsel und Humboldtforum, wo sich die Touri-Massen bald verdoppeln sollen.
Zumindest für diese eine Stelle hat sich der Senat dann doch etwas ausgedacht – die Stechuhr für Reisebusse! Busfahrer sollen sich für ihre „Touri-Ladungen“ künftig erst anmelden. Dann bekommen sie ein kurzes Zeitfenster für den Ausstieg zugewiesen. Der Clou: Danach müssen sie sofort zu entfernteren Parkplätzen fahren, dürfen erst zum festgelegten Einstieg zurückkommen. So blockieren sie nicht alles.
Bleibt abzuwarten, wann der Senat für den nächsten verstopften Ort ein Konzept vorlegt. Die Verkehrsverwaltung hat schon Untersuchungen für eine bessere Lenkung des Reisebus-Chaos beauftragt. Und auch die Parteien machen Druck: SPD-Chef Jan Stöß (42) nennt eine Fernbus-Maut „folgerichtig und gerecht“. Etwa die Anwohner des Fernbushalts am Alex dürften nicht noch mehr belastet werden.
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