Horror in Schöneberg

Kinderhasser spickt Sandkasten mit Nadeln

Er legt die gefährlichen Piekser wie eine Falle aus. Eltern sind geschockt.

Marcus Böttcher
Lesezeit 2 Min
Der vierjährige Jakob zeigt eine der Nadeln im Sand. 

Der vierjährige Jakob zeigt eine der Nadeln im Sand. 

© privat

Der Bezirk schickte einen Profi-Reiniger.

Der Bezirk schickte einen Profi-Reiniger.

© Volkmar Otto

Nachmittags war der Ofen aus. Der vierjährige Jakob und seine Schwester Eva (3) wollten nicht länger in der Wohnung toben, ein Lagerkoller machte sich breit. „Wir wollen zum Spielplatz“ forderten sie von ihrer Mama. Nancy B. reagierte, ging mit ihren beiden Kinder zum nahen Buddelkasten im Park.

„Als wir dort ankamen, suchte bereits ein junges Elternpaar im Sand. Wir fragten, was los sei, da zeigten sie uns eine vier Zentimeter lange Stecknadel“, so die 40-Jährige gegenüber dem KURIER. Es war nicht die erste.

Auf dem Spielplatz liegen insgesamt 130 Stecknadeln.

Auf dem Spielplatz liegen insgesamt 130 Stecknadeln.

© privat

B. ließ sich von ihren Kindern das Spielzeug-Sieb geben und half bei der Suche. Insgesamt fanden sie 130 Nadeln. „Besonders perfide finde ich, dass diese im Bereich für Babys und Kleinkinder versteckt waren. Wären diese dort entlang gekrabbelt, hätten sie sich ernsthaft verletzen können.“

Via App informierte B. das zuständige Ordnungsamt. Gestern schickte die Behörde einen professionellen Sandreiniger vorbei, der die von Nachbarkinder sowie Kita- und Hortgruppen gut besuchte Fläche mit schwerem Gerät reinigte. Ein Polizeisprecher weist daraufhin, dass in einem solchen Fall einer „gegenwärtigen Gefahr“ auch der Notruf zur Verfügung steht.

Jakob und Eva (li.) fanden auf ihrem Spielplatz.

Jakob und Eva (li.) fanden auf ihrem Spielplatz.

© privat

Doch auch Behörden können nur reagieren. Schutz gegen Kinderhasser gibt es kaum. Und davon scheint es in dem Schöneberger Kiez mindestens einen zu geben. Erst vor Kurzem entdeckten Kinder im Kleistpark große Mengen von Hundekot – auf dem meterhohen Podest einer Rutsche. Nancy B.: „Solche Vorkommnisse sind für mich als Mutter unfassbar. Ich frage mich: Wer macht so was?“ Bislang blieb diese Frage unbeantwortet. Täter konnten nie gefasst werden.

Attacken auf Spielplätze gab es in den vergangenen Jahren jedoch reichlich. Im März legte ein Kinderhasser in der Semmelweisstraße in Altglienicke (Treptow-Köpenick) Rasierklingen auf der Sitzschale der Schaukel aus, genau wie 2015 im Weinbergspark (Mitte), im Teutoburger Platz und an der Pappelallee (beide Prenzlauer Berg). In Pankow wurden fast zeitgleich Spielgeräte aus Holz angesägt, in Hohenschönhausen und Mahlsdorf Bauten auf Spielplätzen angezündet.

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