Hooligans stürmen Block

Dynamo-Schock nach Idioten-Randale

Ein Böller fliegt Mitte der zweiten Halbzeit. Fünf weitere 13 Minuten vor Ende. Dazu brennt eine Nebelbombe. Aber das ist noch gar nichts. Am Ende geht der Mob erst richtig ab. Der BFC Dynamo steht unter Schock und nach Idioten-Randalen vor einem Scherbenhaufen.

Andreas Baingo
Lesezeit 3 Min

Sie wollen zu ihren Fans. Die BFC-Spieler bedanken sich für die Unterstützung in diesem ungleichen Duell des Fünfligisten gegen den Bundesliga-Siebten der Vorsaison. Ein bisschen sind sie froh, dass sie nur die Tore durch Ilicevic (18.), Tiffert (23.) und Petsos (50.) kassiert haben.

Als ob die Hooligans nur auf die Ruhe vor dem Sturm gewartet hätten. Sie durchbrechen ein Tor zum Innenraum, stürmen über den Rasen und walzen zum Fan-Block der Lautern-Anhänger. BFC-Spielführer Amadeus Wallschläger ist entsetzt: „Es waren vielleicht 50 oder 60 Leute, ich wollte schlichten, aber da hast du auch als Kapitän des eigenen Teams keine Chance.“

© City-Press Lizenz

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Wild prügeln die Chaoten drauflos, suchen die Keilerei. Die Lauterer Spieler flüchten in die Kabine. „Was ist das nur für ein Saftladen hier“, tobt FCK-Verteidiger Mathias Abel. Er ist mit 1,88 Metern ein Kerl von einem Baum, doch auch er kann nur schnelle Beine machen. Er kann sich gar nicht beruhigen, motzt: „So ein Klub dürfte hier gar nicht spielen. Was da passiert, ist eine Sauerei – und die Polizei guckt zu.“ Auch FCK-Kapitän Christian Tiffert ist total gefrustet: „Man kann einen Knaller zünden, aber es müssen keine 20 sein.“

Was ein Fest werden sollte und es sportlich mit Abstrichen auch ist, gerät in den Hintergrund. Der Schock sitzt tief. Pierre de Wit, Lauterns Mittelfeldmann, versteht die Welt nicht mehr, sagt: „Das war so ein tolles Spiel, das muss doch dann nicht sein.“
Bei Dynamo können sie sich nur schämen. Pressesprecher Martin Richter sagt zu FCK-Trainer Marco Kurz: „Entschuldigen Sie bitte. Das ist nicht der BFC, wie wir ihn sehen wollen.“ Ebenso schüttelt Trainer Heiko Bonan fassungslos den Kopf. „Da tun wir alles, damit wir endlich wegkommen von dem Klischee, das alle vom BFC Dynamo haben – und dann das“, so der Übungsleiter. „Natürlich ist der BFC mit diesem Ruf behaftet. Aber seit geraumer Zeit ist nichts passiert, es hat sich was verändert. Aber heute wurde ich Lügen gestraft.“

Mehrere Personen wurden bei den Randalen und Prügeleien verletzt. Und dem BFC droht eine saftige Geldstrafe. Das meiste der Antrittsgage von 115.000 Euro ist von wenigen Chaoten in den Dreck gesetzt.

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