Holocaust-Mahnmal angepinkelt

1500 Euro Strafe für einen Stelen-Schänder

Der Gärtner (22) aus Spandau gestand die Tat.

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min

„Ich schäme mich sehr.“

Kleinlaut das Geständnis des Gärtners aus Spandau: „Ich bin auf dem Video der mit dem freien Oberkörper auf einer Stele und uriniere – eine Dummheit.“ Und weil er total besoffen war. W.: „Ich schäme mich sehr.“
Es ist fünf Uhr morgens, als die Gruppe am 19. Mai 2015 aus dem Szeneclub „Felix“ kommt. Viel Alkohol floss, weil einer einen Fußballer-Profivertrag in der Tasche hat. Jamal W.: „Eigentlich wollten wir uns am Mahnmal ein Taxi nehmen.“

Doch sie führen sich wie Halbstake auf. Enthemmt, rüpelhaft. Feiern lautstark am Holocaust-Mahnmal. Eine antijüdische Parole wird gerufen. W. benutzt den Gedenkort als Urinal. Einer seiner Kumpels lässt die Hose runter. Ein junger Polizist (22) ist in der Gruppe. Nach Überwachungs-Bildern könnte er jener Schänder gewesen sein, der seinen nackten Hintern zeigt.

Schuldig wegen der Störung der Totenruhe

Die Staatsanwaltschaft prüft nun ein Verfahren gegen den Beamten.
Mahnmal-Schänder W. will gar nicht mitbekommen haben, an welchem Ort sie die Sau rausließen: „Erinnerung ist lückenhaft.“ Antisemitisch würde er sich niemals äußern: „Ich bin Mitglied in einem deutsch-jüdischen Sportverein.“ Ein Mitangeklagter (25) wurde freigesprochen. Jamal W. aber sei schuldig der Störung der Totenruhe. Wer antisemitische Parolen rief, sei ungeklärt. 

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema