Am 2. Dezember 2017 schlugen Flammen aus dem Hausflur.
© Morris Pudwell
Es war ein folgenschwerer Brand, der die Sicherheit einiger Plattenbauten in Marzahn in Frage stellt. Am 2. Dezember 2017 hatte eine Rentnerin (64) beim Kochen eine Pfanne entzündet und den gesamten Hausflur eines Zehngeschossers abgefackelt. Von den rund 50 Bewohnern wurden 22 verletzt, drei davon schwer. Zwei Brandbekämpfer erlitten Rauchgasvergiftungen. Insgesamt waren bei dem Großeinsatz 150 Feuerwehrleute und 100 Polizisten im Einsatz. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung.
Im Bezirk herrschte eine große Anteilnahme
Da die Flammen in wenigen Minuten das Treppenhaus entzündeten und zwei weitere Wohnungen Feuer fingen, gab es Kritik am Brandschutz. Hölzerne Kabelschächte hätten die schnelle Ausdehnung des Brandes begünstigt, hieß es von Einsatzkräften der Feuerwehr. Aufgrund des Rauchgasniederschlags und des Löschwassers ist das Haus Cecilienstraße 182 seitdem unbewohnbar. Der Plattenbau ist einsturzgefährdet, das Treppenhaus musste abgestützt werden.
„Die Nachricht, dass die Bewohnerinnen und Bewohner kurz vor Weihnachten ihren gesamten Hausstand verloren haben oder die Wohnungen nicht nutzen können, hat eine große Anteilnahme im Bezirk ausgelöst“, erklärte Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle.
Der Bezirk hatte gemeinsam mit dem zuständigen Vermieter – der Berlin Brandenburgischen Wohnungsbaugenossenschaft (BBWBG) – versucht, eine schnelles Sofort-Hilfe-Paket zu schnüren.
Viele Mieter haben inzwischen Verträge für neue Wohnungen unterzeichnet
„Die Unterbringung in Notunterkünfte sowie bei Angehörigen klappte gut“, erklärt BBWBG-Prokuristin Jutta Zwick. Doch dann der nächste Schock: Wenige Tage vor Weihnachten brach eine Diebesbande über einen Balkon in das leerstehende Brandhaus ein. Die Täter hebelten Schutzvorrichtungen auf, die vom Vermieter angebracht worden waren. Bei dem miesen Beutezug verloren viele Mieter ihr letzten wertvollen Dinge. Zum Glück seien die meisten Mieter versichert gewesen.
Seitdem ist viel passiert. Fast alle sind laut BBWBG in Marzahn-Hellersdorf geblieben. „Viele wollten im Umfeld der Cecilienstraße bleiben“, erklärt Jutta Zwick. Da es trotz der rund 3500 Wohnungen keinen Leerstand gab, war die BBWBG auf die Hilfe vom Bezirk und anderen Wohnungsbaugenossenschaften angewiesen. Mindestens 29 aller Mietparteien haben Verträge für neue Wohnungen unterschrieben.
Dieses Jahr wird die Ruine nicht mehr bezugsfertig
Zuvor hatten alle Bewohner eine 100-prozentige Mietminderung für Dezember erhalten. Zudem wurden acht Geschäftsguthaben sofort ausgezahlt. Vier Familien sind noch immer in vier Ferienwohnungen des Vermieters untergebracht. Sie hätten sich noch nicht entschieden, wohin sie wollen.
Die Brandruine wird in diesem Jahr nicht mehr bezugsfertig. Es sieht zumindest so aus, als würde sie saniert werden.
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