Hipp, hipp, Internet-Star

Gestatten, Günther, 70 und Teenie-Schwarm!

Ein Zufallsfoto machte den Berliner weltberühmt.

Philippe Debionne_richtig
Lesezeit 2 Min
Krabbenhöft

Krabbenhöft

© Facebook Lizenz

Anfang August sprach ihn ein junger Mann am U-Bahnhof Kottbusser Damm an und machte schließlich ein Foto von ihm. „Ich wollte ihn noch fragen, was er mit dem Bild macht, aber mein Englisch war nicht so gut“, so der 70-Jährige, der im Internet fälschlicherweise als 104-Jähriger gefeiert wird. Der Tourist tat das, was so viele mit ihren Urlaubsfotos machen – er lud das Bild bei Facebook hoch. Mehr und mehr Menschen gefiel der sympathische Herr mit dem eigenwilligen Stil, um den ihn jeder Hipster beneidet. Und das, obwohl Günther Krabbenhöft „meistens in Second Hand Läden“ einkauft.

Den ganzen Wirbel um seine Person genießt der Berliner zwar, so richtig verstehen kann er es aber aber nicht: „Ich bin ja kein Star, ich habe ja nichts geleistet. Ich bin ein Hype.“

Doch für die Partyszene in den angesagten Berliner Clubs ist er genau das – ein Star. Mindestens dreimal die Woche geht der rüstige Rentner tanzen: Im SO36, im Farbfernseher, im Berghain. „Ich habe wirklich diese unbändige Lust auf diese Musik. Die Energie und Kraft, die man beim Technotanzen spürt, dass ist besser als fünf Herzschrittmacher“, so der 70-Jährige. Früher habe er immer Angst gehabt, dass die Türsteher zu ihm sagen könnten: Geh’ du mal besser ins Altersheim.

Doch seit er im vergangenen Februar nach einem Glas Wein zwei junge Mädchen auf der Straße kennenlernte und die ihn mit ins Berghain nahmen, gehört Krabbenhöft fest zum Inventar der Berliner Szene-Clubs.

Spätestens um drei Uhr morgens geht der Techno-Senior aber ins Bett. Nächte durchfeiern, das ist nicht mehr sein Ding. Doch trotz altersbedingt begrenzter Kraftreserven fühlt er sich „so glücklich wie nie. Ich habe richtig Bock aufs Leben!“ PDE

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