Sonnenschein, Kaffee, Waffeln. So macht hemmungsloses Ramschen Spaß! In der Weißenseer Parkstraße gab’s gestern viel zu entdecken: Spielzeug, Kleidung, Bücher – und ausgelassene Stimmung. Hier verwandelte sich ein Hinterhof in ein echtes Trödel-Paradies! „Wir trafen uns letzte Woche und kamen spontan auf die Idee, einen Markt zu veranstalten“, sagte Organisatorin Silke (41). Sie stellten Tische auf, verkauften Kaffee und Kuchen, brachten Trödel an den Mann. „Und für Weißensee Verhältnisse ist die Resonanz echt gut!“
Zu der Aktion hatte die bekannte Nachbarschaftsinitiative „Polly und Bob“ aufgerufen. Die Macher stellten den September ganz ins Zeichen der Hinterhof-Trödler. An jedem Wochenende wird in einem anderen Teil Berlins gefeilscht und gehandelt – nun war der Norden dran. Private Haushalte konnten unter www.pollyandbob.com ihre Flohmärkte anmelden. Die Idee kam gut an. Schon in einem Song der Band „Element of Crime“ heißt es: „Der alte Schrott muss raus und neuer Schrott muss rein“ – Trödeln ist eben Trend.
Maren (45) und Silke (41, v.l.) organisierten den Flohmarkt im Hinterhof in der Gartenstraße.
© cam.cop media / AKL Lizenz
Beim kleinen Parkstraßen-Markt halfen viele Anwohner fleißig mit.
© cam.cop media / AKL Lizenz
Katharina (34) wollte wegen eines Umzuges Topfpflanzen loswerden.
© cam.cop media / AKL Lizenz
Dorothee und Victoria (27) feilschten in der Smetanastraße.
© cam.cop media / AKL Lizenz
Nur zwei Berliner Markt-Schätze: Schmuck ...
© cam.cop media / AKL Lizenz
... und alte Puppenmöbel.
© cam.cop media / AKL Lizenz
25 kleine Gruppen machten mit, organisierten Mini-Märkte. Mit dabei: Dorothee und Victoria (beide 27). Sie bauten in einem Hinterhof in der Smetanastraße einen Tisch auf, lockten mit Ukulelen-Klängen. „Die Atmosphäre auf den Hinterhof-Märkten war im letzten Jahr so schön, dass wir mitmachen wollten“, sagten sie. Im Angebot: Spiele, Kleidung und Schmuck. Auch Besucher waren schon da. „Entrümpeln hat sich gelohnt!“
Weniger Glück hatte Katharina (34) – sie organisierte in ihrem Hinterhof in der Gürtelstraße einen Flohmarkt. „Ich ziehe in die Uckermark, wollte ein paar Blumentöpfe loswerden“, sagte sie. Doch die Nachbarn wollten sich nicht beteiligen. Stände gab es deshalb keine – die 34-Jährige öffnete spontan ihre Tür, ließ die Berliner rein, zeigte ihre Ware, kochte Kaffee.
Am kommenden Wochenende geht die Flohmarkt-Aktion schon in die nächste Runde – am 20. September ist mit Friedrichshain, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf der Berliner Osten dran. Über 50 Märkte sind bereits angemeldet.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com