Hilfe, meine Leichtathletik stirbt! Die Kugelstoß-Olympiasiegerin hat aber auch einen Plan, um genau das zu verhindern

Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss

Dajana RUBERT
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Neubrandenburg - Von einer olympischen Kernsportart zur Randerscheinung. Vom Massenspektakel zur Nebensache. Die deutsche Leichtathletik geht am Stock. Nicht einmal die WM (27. August - 4. September in Daegu/Südkorea) wird von ARD und ZDF live übertragen. Kugelstoß-Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss ist empört: "Das ist der Genickbruch für die Leichtathletik."Der Sport, der schon in den Grundschulen gepredigt wird, der knapp eine Million Mitglieder in die Vereine zieht, soll eine aussterbende Gattung sein? Kein Interesse? "Dass sehe ich anders", meint Kumberuss entrüstet. "Bei uns in Neubrandenburg ist der Zulauf in die Vereine riesig. Die Kinder haben Idole und fiebern bei den Stars richtig mit", berichtet sie.Die Olympia-Gold-Gewinnerin von 1996 kann aber auch verstehen, dass die Öffentlich-Rechtlichen immer weniger Interesse an Übertragungen haben und nationale Meisterschaften besser auf Dörfern statt in Großstädten ausgetragen werden: "Ausscheidungen, in denen man mit 13 Metern im Kugelstoßen weiterkommt, ermüden mich. Das zieht sich oft über Stunden. Ich will Sport mit hochkarätigen Athleten", gibt Kumbernuss zu. Und fordert kurzweiligere Wettkämpfe."Die Disziplinen müssen am Leben gehalten werden. Da helfen neue Wettkampfformen, wie zuletzt die DKB-Cups, in denen Mann gegen Mann gefightet wird und das Sportfest maximal drei Stunden dauert", sucht die 41-Jährige nach Lösungen.Bis sich so etwas durchsetzt, kann es allerdings dauern. Und bis dahin den Sport sich selbst überlassen, kann nun auch keine Lösung sein. "Herzblut und Emotionen kann nur das Fernsehen transportieren. Die WM nicht im TV zu zeigen, ist für mich eine Katastrophe", so Kumbernuss.------------------------------

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