Hier ziehen in zwei Wochen 250 Berliner Häftlinge ein

Haftanstalt fertig

Gerhard Lehrke
Lesezeit 2 Min

Düppel - Das Haus sieht aus wie ein beliebiges Bürogebäude. Dabei werden dort in rund zwei Wochen 250 Häftlinge einziehen, nach zwei Jahren das Übergangsquartier in der Lichtenberger Max-Brunnow-Straße verlassen: Die neue Anstalt für den offenen Vollzug ist fertig.13 Millionen Euro kostete der Bau, der Baracken aus der Kriegszeit ersetzt: Seit 1948 wird das Grundstück an der Robert-von-Ostertag-Straße für den Strafvollzug genutzt.Das dreigeschossige, U-förmige Haus hat Einzelzellen, 11 Quadratmeter groß, mit Metall-Fensterläden. Die schützen vor Reingucken und Rausfallen, aber nicht vorm Rauskommen.In den vier Berliner Teilanstalten des offenen Vollzugs sitzen 1100 der 5000 Berliner Gefangenen.Düppel (80 Bedienstete, Gartenzaun) beherbergt Häftlinge, bei denen keine Flucht- und Missbrauchsgefahr besteht. Viele werden nach der Zeit in Tegel auf die Entlassung vorbereitet, etwa die Hälfte arbeitet tagsüber "draußen".Von 110 Anstalts-Jobs sind 25 in der Gärtnerei - was Knackis mit grünem Daumen aufziehen, wird im Anstaltsladen an jedermann verkauft.So ganz glücklich wirkten die Justizbediensteten gestern nicht: Hinter dem Hauptgebäude ist es staubig wie in einer Wildwest-Mainstreet im Hochsommer, der Beton wirkt grobschlächtig.Dafür gibt es Kunst am Bau. In einem Lichtschacht hängen Mobiles - Hechtköder in Fisch-Form aus Plastik. Titel: "Kleine Fische" ...------------------------------BU: Schrank, Bett, Pinnwand, Ablagen hohes Fenster: eine Zelle. Zwischenzeile: VEILCHEN AUS DER KNAST-GÄRTNEREI

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