Die Werte ermittelte die Firma Inrix, ein Anbieter von Verkehrsdaten, sie stellte fest: Berlin liegt jetzt mit Hamburg und Stuttgart, die ebenfalls 44 Stunden aufweisen, auf Rang zwei der am stärksten betroffenen Städte Deutschlands. 14 Prozent ihrer gesamten Fahrzeit verbringen Berliner im Stau. Schlimmer ist es nur in München, wo Autofahrer jährlich 51 Stunden lang Stop and Go üben dürfen und damit 16 Prozent ihrer gesamten Fahrzeit.
Der Stadtring ist nicht unter den Top 10
Inrix hat aus der Menge sinnlos verbrannten Treibstoffs, vergeudeter (Arbeits-)Zeit und Umweltbelastung berechnet, dass der durchschnittliche Fahrer durch Staus Kosten von 2811 Euro im Jahr hat beziehungsweise verursacht. Insgesamt für Berlin 6,9 Milliarden Euro. Bundesweit liegen die Kosten bei 1770 Euro pro Fahrer und Jahr, insgesamt bei 80 Milliarden Euro.
Eine Hit-Liste der am schlimmsten betroffenen Straßen weist einige Überraschungen auf: Unter den Top Ten taucht zum Beispiel der Stadtring nicht auf.
Binnen drei Jahren wuchs zum Beispiel der Anteil der Bayern, die in Berlin arbeiten, um 45,1 Prozent auf 12 100. In der Gegenrichtung zog es 2017 gut 14 000 Berliner nach Süden, 22,9 Prozent mehr als 2014. Als Pendler gelten auch Berufstätige, die zum Beispiel von montags bis freitags in der Fremde arbeiten.
Die Pendler sind schuld am Stau
Falls es ein Trost ist: In Mannheim auf der A 6 verplempern Pendler 69 Stunden im Jahr, weil dort abends – auf der Autobahn! – im Schnitt 24 km/h erreicht werden. In Los Angeles stauen Autofahrer 102 Stunden im Jahr.
In Berlin wird der Dauerstau unter anderem durch Pendler verursacht, die volle Regional- und S-Bahn-Züge scheuen. Die Zahl der Brandenburger, die in Berlin arbeiten, stieg von 2014 bis 2017 um 8,4 Prozent auf über 210 000. In der Gegenrichtung wuchs die Pendlerzahl um 11,2 Prozent auf 87 000, ermittelte die Arbeitsagentur.
Die schlimmsten Staustrecken in Berlin
© Grafik: Galanty / Quelle: Inrix
Die Zahl der Pendler insgesamt ist viel größer. Mit 310 000 Menschen (15,9 Prozent mehr als 2014) ist mehr als jeder fünfte Berufstätige in der Hauptstadt kein Berliner. Umgekehrt arbeitet mit 178 000 (plus 14,3 Prozent) etwa jeder siebente Berliner außerhalb.
Mit Tempo 17 zum Friedrichstadt-Palast
Spitzenreiter ist der Tempelhofer Damm mit dem Stau-Schwerpunkt am Morgen von Kaiserin-Augusta-Straße bis Platz der Luftbrücke. Wer diese Einfallstraße nutzt, verliert hier über das Jahr 30 Stunden. „Atemberaubende“ 20 Stundenkilometer werden hier erreicht.
27 Stunden verliert pro Jahr, wer an 240 Arbeitstagen von der Müller- über die Chaussee- in die Friedrichstraße bis zum Friedrichstadt-Palast fährt. Auch hier ist es morgens am schlimmsten, gerade mal Tempo 17 ist im Schnitt zu erreichen.
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