Kreuzberg - "Spiel ab, gib mir den Ball!" Khalidas Schrei hallt über den Lilli-Henoch-Sportplatz. Aber ihre Mitspielerin Sajia sieht sie nicht. Ein normales Mädchen-Fußballspiel am Anhalter Bahnhof? Nein. Hier kickt die afghanische Nationalmannschaft.Seit sechs Jahren gibt es das Team. Unter der Schreckensherrschaft der Taliban war Frauen-Fußball verboten. "Es war furchtbar. Ich musste mit meiner Familie nach Pakistan fliehen. Heute lebe ich wieder in Kabul, kann endlich wieder spielen", lacht Khalida Popal .Trotzdem gibt es noch immer Schwierigkeiten. Trainiert wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit , bewacht von Soldaten. Zu groß ist die Angst vor Gewalt. "Selbst meine Brüder sagen, dass nur schlechte Mädchen Fußball spielen. Ich sollte lieber heiraten und Hausfrau werden."Die 20-Jährige aber will lieber Tore schießen. Doch auch hier in Kreuzberg beim Internationalen Frauen-Fußball-Turnier "Discover football" holt Khalida der Krieg in ihrer Heimat ein. Während ihre Truppe gegen Sambia zurückliegt, steigen aus einem Bus 41 afghanische Generäle aus. Sie sind derzeit bei einem Lehrgang. Grimmig dreinschauend beobachten sie das Spiel. Offizielle Sprachregelung: "Wir stehen hinter der Mannschaft". Doch an ihren Blicken sieht man, dass sie wohl ähnlich wie Khalidas Brüder denken.------------------------------BU: Hoher Besuch beim Turnier. Die afghanischen Generäle guckten mürrisch.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com