Hier operiert Dr. Roboter

Patientin vom Speiseröhren-Krebs geheilt

Erstmals rettete Dr. Roboter einer Berlinerin das Leben, in deren Speiseröhre ein bösartiger Tumor wucherte.

Cornelia Schmalenbach
Lesezeit 2 Min
Der Chirurg dirigiert über zwei Joysticks ganz exakt die Arme des Roboters, der das Skalpell führt. Dabei verfolgt er auf dem Bildschirm dreidimensional den Erfolg des Eingriffs.

Der Chirurg dirigiert über zwei Joysticks ganz exakt die Arme des Roboters, der das Skalpell führt. Dabei verfolgt er auf dem Bildschirm dreidimensional den Erfolg des Eingriffs.

© Intuitive Surgical Lizenz

Die Diagnose Krebs kam für Ines Winter (84) völlig überraschend „Ich konnte plötzlich nicht mehr schlucken“, erzählt die Rentnerin aus Wittenau. Einzige Möglichkeit, ihr Leben zu retten, war die Entfernung der befallenen Speiseröhre. Sie sollte durch ihren Magen ersetzt werden, umgeformt zu einem Schlauch. „Eine sehr aufwendige Operation, weil wir dabei bisher Brusthöhle und Bauchraum öffnen mussten“, erklärt Dr. Colin Krüger, Fachbereichsleiter Minimal Invasive Chirurgie.

Wegen des hohen Alters der Patientin holte der Operateur Dr. Robot ins Team. Wie bei einer Playstation dirigierte der Chirurg die Roboterarme mit Kamera und Skalpell durch Mini-Schnitte, während er dabei über einen Monitor den Tumor zehnfach vergrößert und gestochen scharf dreidimensional sah. Dr. Robot arbeitete äußerst präzise. Mehr als 500 Stunden muss ein Arzt trainieren, um die Robotertechnik perfekt zu steuern.

Bisher nutzte die Klinik die Methode bei Prostata- und Nierenkrebs. Ines Winter war die erste, die mit Hilfe des Roboters eine Speiseröhre bekam. „Ich bin glücklich“, sagt die Hobbygärtnerin. „Die kleinen Narben sind schnell verheilt. Ich kann wieder schlucken und essen.“ BACH

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