Hier fühlt sich Fiffi sauwohl

Wo Hunde ihre Geschäfte machen

Wenn Herrchen und Frauchen mit großen Scheinen wedeln, wedeln sie mit dem Schwanz. Die Millionärshunde von Berlin lassen nichts anbrennen. Sie wissen genau: Es gibt nicht nur Trockenfutter und Zoohandlungen.

ANNE GOLLING und VOLKMAR OTTO (Fotos)
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An der Frische-Theke des Pets Deli probiert Mischling Chico (4) das Angebot.

An der Frische-Theke des Pets Deli probiert Mischling Chico (4) das Angebot.

© Volkmar Otto Lizenz

Bei Pets Deli verkauft Julia Walter (19) Mahlzeiten für Hunde in praktischen Menüboxen. Eine Komposition aus Rind, geriebenem Apfel und Karotten kostet 6 Euro pro 500 Gramm.

Bei Pets Deli verkauft Julia Walter (19) Mahlzeiten für Hunde in praktischen Menüboxen. Eine Komposition aus Rind, geriebenem Apfel und Karotten kostet 6 Euro pro 500 Gramm.

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Hündin Luise (11) kuschelt sich im Feinspitz auf einer originalen Wolldecke der Bundeswehr. Kostet 95 Euro.

Hündin Luise (11) kuschelt sich im Feinspitz auf einer originalen Wolldecke der Bundeswehr. Kostet 95 Euro.

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Bei der großen Auswahl an Farben und Glitzer kann auch manch Frauchen nicht widerstehen und kauft für sich selbst mit ein.

Bei der großen Auswahl an Farben und Glitzer kann auch manch Frauchen nicht widerstehen und kauft für sich selbst mit ein.

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Im Society Dog verpasst Karina Mocada dem Münsterländer Linus (2) ein neues Halsband: „Monte Carlo“ für 139,99 Euro

Im Society Dog verpasst Karina Mocada dem Münsterländer Linus (2) ein neues Halsband: „Monte Carlo“ für 139,99 Euro

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Wenn Herrchen und Frauchen mit großen Scheinen wedeln, wedeln sie mit dem Schwanz. Die Millionärshunde von Berlin lassen nichts anbrennen. Sie wissen genau: Es gibt nicht nur Trockenfutter und Zoohandlungen. Es gibt auch Erlesenes aus der Edeltheke. Um ihr Wohl sorgt sich inzwischen eine ganze Armada aus Feinkost-Fleischern, Stylisten und Fell-Juwelieren. Und Herrchen und Frauchen? Die blättern hin, was hingeblättert werden muss. Im vergangenen Jahr waren es fast vier Milliarden Euro.

Vor allem in Berlin findet die Tierliebe unzählige Spielplätze. Etwa das Pets Deli in der Teplitzer Straße. Am Frische-Thresen bekommt Fiffi seinen Fraß in Lebensmittelqualität. Mit-Organisator Frank Schuler ist eigentlich Gastronom. „Und wir haben den gleichen Lieferanten wie für mein Lokal“, erklärt er – vor einer Theke mit frischem Rindfleisch, geriebener Mango und Nudel-Beilagen.

Nur der Napf mit Känguru-Fleisch ist leer. „Wir haben gerade fünf Kilo verkauft und warten auf Nachschub.“ Kunde Chico gibt sich aber auch mit einer Portion getrocknetem Beuteltier zufrieden. Doch nicht, weil der Mischling eine besondere Vorliebe für australische Küche hätte. Nein. „Känguru ist gut bekömmlich und auch für Allergiker geeignet“, erklärt Schuler.

Ausschließlich um persönliche Vorlieben der Vierbeiner oder vielmehr ihrer Besitzer geht es dafür im Society Dog in der Schlüterstraße. Karina Mocada weiß, warum ihr Laden voller Leder, Pelz und Glitzer so erfolgreich ist: „Die Mentalität der Menschen hat sich verändert.“ Auch beim Tier werde zunehmend auf Qualität geachtet. Und so gehen für ein Hunde-Halsband schon mal 200 Euro über den Ladentisch. Je nach Breite des Leders und Anzahl der Steinchen – Swarovski versteht sich.

Die heben die „Society Dogs“ aber nicht nur aus der Masse ab – schließlich hat Berlin die größte Hunde-Dichte Deutschlands. Nein. „Viele Kunden-Hunde leben sogar nur noch, weil sie Swarovski-Halsbänder trugen“, so Mocada. Denn: „Bei Rangeleien entschärft ein Biss auf die harten Swarovskis die Situation ruckzuck und verhindert gefährliche Bissverletzungen.“

Anahita Nejad kommt trotzdem ganz ohne Glitzer aus. Die Kunden bei ihr im Feinspitz in der Sophienstraße sind ohnehin überwiegend männlich. „Und Männer wollen es praktisch“, so Nejad. Doch deshalb auf alle Ansprüche verzichten? Nein. „Wir haben Fressnäpfe aus nachhaltigen Materialien wie Holz und Bambus und getrocknete Innereien mit Bio-Siegel.“ Geruchsneutral übrigens. Denn: „Das mag ich gar nicht, wenn der Laden nach Futter riecht.“ Und so wird auch ohne funkelnden Glitzer ein Stück Lebensstil auf die „Feinspitze“ übertragen. Und jede Menge Kohle in den Laden.

Viel Geld hat auch Lieven Glimpel schon in die Liebe zu Vierbeinern investiert. In die Erfindung einer Hundeparkscheibe steckte der Berliner Tüftler etwa 12 000 Euro – für Patentamtsgebühren, Anwalt und einen Prototypen: Die Anzeige mit Thermometer soll im parkenden Auto angebracht werden, in dem ein Hund sitzt. Und anzeigen, wie lange das Tier bei welcher Temperatur ausharrt. Sobald diese kritische Werte erreicht, wird ein Alarm ausgelöst. Glimpel hofft, die Hundeparkscheibe bald produzieren und verkaufen zu können. Übrigens: Auch Star-Figaro Udo Walz macht Hunde schön. Im Salon „Koko von Knebel by Udo Walz“ in der Charlottenburger Uhlandstraße 181. Eine begeisterte Kundin: „Ich habe hier schon so schöne Step-in-Geschirre gekauft, super coole Pullis und praktische sowie schicke Accessoires Auch tolle Leckereien für die Fellnasen ...“ Na bitte!

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