Berlin - Noch zehn Spiele bis zum erhofften Hertha-Aufstieg in die Bundesliga. Noch zehn Mal hat Markus Babbel vor jedem Anpfiff die Qual der Wahl: Wie sieht mein blau-weißes Mittelfeld aus? Vier aus elf - Babbels Mittelfeld-Lotto."Ja, das ist ein Luxusproblem für mich geworden. Jeder Trainer freut sich, wenn er viele Alternativen hat", sagt Babbel. Seit dem souveränen 5:0 in Aachen weiß der Coach drei Dinge.Erstens: Sein Team kann notfalls auch ohne den verletzten Raffael sehr gut spielen. Zweitens: Der lange verletzte Fabian Lustenberger ist in Topform, wie sein Hammer-Tor zum 1:0 beweist. Drittens: Flügelflitzer Patrick Ebert ist nach über sechs Monaten Pause wegen seines Kreuzbandrisses wieder voll da.Hertha wird im Endspurt noch unberechenbarer. Die Varianten für das Mittelfeld sind fast unbegrenzt, weil die Spieler mehrere Positionen besetzen können.So sieht Babbels neues Mittelfeld-Lotto aus:Vier Spieler für die rechte Seite: Patrick Ebert, Nikita Rukavytsya, Nico Schulz und Fabian Lustenberger.Sechs Spieler für die linke Seite: Rukavytsya, Ronny, Ebert, Schulz und im Notfall auch Stürmer Adrian Ramos und Spielmacher Raffael.Acht Spieler für die zwei zentralen Positionen: Peter Niemeyer, Lustenberger, Fanol Perdedaj, Alfredo Morales und Raffael, Ronny, Valeri Domowtschiski und Ebert.Abräumer Niemeyer ist als Sechser vor der Abwehr gesetzt, wenn er nicht verletzt ist. Der zweite Stammplatz ist für Raffa reserviert. Aber Bammel muss Hertha nicht mehr haben.Verletzungen, Formschwäche oder Sperren? Babbel kann in diesem Lotto eigentlich nur gewinnen: Denn den offensiven Part des Brasilianers können auch Ebert und Domowtschiski übernehmen. Niemeyers Defensivarbeit packen auch Lusti, Perdedaj oder der junge Morales.Der Trainer: "Es wird immer harte Entscheidungen geben. Es ist nicht schön, einem Spieler zu sagen, dass er raus ist." Spätestens beim nächsten Auswärtsspiel in Fürth, wenn Raffa wieder fit ist, muss er Lusti rausnehmen. Oder auch nicht? Vielleicht gönnt Babbel dem seit Wochen angeschlagenen Niemeyer (Oberschenkel) mal eine Pause. Babbels Lotto bleibt spannend.------------------------------Raffas Motto: Einer für alle, alle für einenHerthas-Star gratuliert seinen Kollegen nach der 5:0-GalaBerlin - Mittelfeld-Motor Raffael ist bei den Blau-Weißen nicht mehr wegzudenken. "Die Spieler schauen zu ihm auf", lobt Trainer Markus Babbel. Das ist dem 25-Jährigen bewusst. Umso mehr fieberte er beim Aachen-Spiel (5:0) mit dem Team, dem er verletzungsbedingt nicht helfen konnte. Sein Motto: Einer für alle, alle für einen."Leider bin ich nicht rechtzeitig fit geworden. Aber ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Kollegen", freut er sich. Oft schon hatte der Brasilianer (Wadenverhärtung) den Weg zum Sieg geebnet. Jetzt holte das Team den Dreier für ihn. Raffa: "Sie haben gezeigt, warum wir am Saison-Ende ganz oben stehen werden."Der Sieg war Balsam für Raffaels Seele. "Die Jungs haben den Abstand zum Zweiten vergrößert. Nun können wir entspannter in die nächsten Spiele gehen." Schon am Freitag (18 Uhr) kommt Frankfurt ins Olympiastadion. Ob Raffa da wieder fit ist, ist unklar. Aber er weiß jetzt ja, dass die Jungs es notfalls auch ohne ihn können. DR------------------------------Der Brasilianer ist bei Babbel gesetzt. Doch es geht auch ohne ihn. Verletzt (Verhärtung in der Wade) schaute er am TV das 5:0 in Aachen.BU: RonnyBU: LustenbergerBU: RamosBU: PerdedajBU: Schulz
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com