Herthas Sami Allagui

Saisonstart? Kann er!

Nach über einem Jahr Leidenszeit ist Stürmer Sami Allagui endlich zurück

Sebastian Schmitt
Lesezeit 3 Min
Sami Allagui ist nach 386 Tagen endlich wieder fit.

Sami Allagui ist nach 386 Tagen endlich wieder fit.

© City-Press GbR

„Die Enttäuschung überwiegt“, sagt Sami Allagui. Zu bitter war das Spiel gegen Bröndby (1:3), das den blau-weißen Europa-Traum sang- und klanglos verpuffen lassen hat. Dabei war alles angerichtet für Hertha und für Allagui. 

Über ein Jahr nach seinem im Vorbereitungs-Test gegen Rayo Vallecano erlittenen Knorpelschaden im Knie stand der Deutsch-Tunesier erstmals wieder im Hertha-Kader für ein Pflichtspiel, kam in der 62. Minute beim Stand von 1:3. Allagui war bemüht, hatte ein paar gute Szenen. Den Karren aus dem Dreck ziehen konnte er aber auch nicht mehr. 

„Klar ist es schön, wieder dabei zu sein. Ich freue mich über jede Minute“, sagt der Rechtsfuß. „Aber das Aus tut noch immer weh.“ Dennoch ist Sami froh, wieder Teil der Mannschaft zu sein. Zu lange war die Leidenszeit, die verdammt einsam sein kann: „Man ist in der Zeit wirklich Einzelkämpfer“, sagt der Deutsch-Tunesier mit leiser Stimme und gibt Einblicke in das Seelenleben eines verletzten Mannschaftssportlers.

Während die Kollegen auf dem Platz dem Ball hinterherjagten, schuftete der 30-Jährige in der Reha. Das Malochen hat sich gelohnt, Allagui hat sich wieder rangekämpft. „Ich freue mich einfach, wieder im Kreis der Mannschaft zu sein, wieder dazuzugehören.“

Sein Eifer imponiert auch dem Hertha-Trainer. „Sami macht einen wirklich guten Eindruck“, sagt Pal Dardai. So gut, dass der Ungar den im Rheinland geborenen Allagui im Test gegen Al-Jazira (3:2) über die gesamten 90 Minuten spielen ließ. 

Der Stürmer ist dankbar für das Vertrauen, das Hertha ihm geschenkt hat. Erst im Mai verlängerte Hertha-Manager Michael Preetz seinen auslaufenden Vertrag bis 2017. „Ich will was zurückzahlen“, sagt Allagui, der bisher in 59 Spielen für Hertha 16 Mal knipste. 

Sein Kampfgeist und seine gute Form könnten für die Blau-Weißen bald Gold wert sein – der Stürmer ist ein echter Spezialist, was den Saisonstart betrifft: Schon sechsmal stellte er am ersten Spieltag seinen Torinstinkt unter Beweis – in der Saison 2013/14 ballerte er Hertha sogar mit einem Doppelpack gegen Eintracht Frankfurt (6:1) an die Tabellenspitze. 

„Ich weiß auch nicht, woran das liegt“, sagt der Stürmer und lacht. Sein Erfolgsrezept scheint simpel: „Ich gebe in der Vorbereitung immer alles. Außerdem fühle ich mich einfach sehr wohl in Berlin.“ Einem siebten Streich zum Auftakt gegen den SC Freiburg (28.8) scheint nichts im Weg zu stehen ...

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