Es ist unfair, einen Spieler nur auf eine Stärke zu reduzieren. So wie bei Leckie. Über ihn heißt es, dass er schnell sei. Zusatz: sehr schnell. In den vergangenen zwei Jahren zählte er mit 35 km/h zu den auffälligsten Sprintern der Bundesliga. Auch ein Grund, warum Hertha BSC drei Millionen Euro für ihn an Ingolstadt zahlte. Trainer Pal Dardai liebt schnelle Spieler, international schnelle. Doch Leckie (26) kann mehr. Zusatz: Leider hat er es gegen Deutschland nicht gezeigt.
In Australiens Dreierkette gab Leckie den rechten Läufer, und der Flügel gehörte ihm allein. Hinten stand er oft auf einer Linie mit den Innenverteidigern, klärte hier eine Flanke dank eingesprungener Grätsche, köpfte dort einen Ball aus der Gefahrenzone. Nach einem Luftduell mit Sebastian Rudy blieb er auf dem Boden liegen. Aber nur kurz. Er ist anscheinend auch schnell im Nehmen. Auch das liebt Dardai.
Versuchten die Australier einen ihrer zunächst spärlichen Angriffe über außen aufzubauen, war Leckie wieder vorn. Schnell. Doch mehr als eine gefährliche Flanke in der zweiten Halbzeit konnten die Statistiker nicht finden. Bei einem Doppelbodenduell mit Antonio Rüdiger und Shkodran Mustafi verließ ihn der letzte Mut. Vor dem Spiel hatte Leckie noch gesagt: „Ich bin von der Idee besessen, nach Deutschland zurückzukehren und sagen zu können: Wir haben sie geschlagen.“ Hinterher klang das so: „Wir haben verloren, aber das Turnier ist noch nicht vorbei.“
Übrigens: Marvin Plattenhardt, Leckies neuer Kollege bei Hertha, hatte komplett frei, wurde nicht mal beim Warmlaufen gesichtet. Aber auch Plattes Chance wird kommen.
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