Es war die Saison 2001/02. Jürgen Röber holte 31 Punkte nach 17 Spielen (nur Lucien Favre war 2008/09 mit 33 Zählern noch besser). Den krönenden Schlusspunkt der Hinserie setzte – raten Sie mal, wer – Pal Dardai mit seinem 2:1-Siegtreffer gegen Bayer Leverkusen.
14 Jahre später gab es vor zwei Wochen auch ein 2:1 gegen die Pillentruppe – mit Dardai als Trainer. Jetzt kommt Mainz. Röber: „Ich drücke Pal die Daumen, dass er diesen Dreier holt und dann einen Zähler mehr hat als ich damals. Aber diese Statistiken zählen nie so viel.“
Röber sagt es aus Erfahrung. Er überwinterte in jener Saison mit Hertha auch im Pokal, flog aber danach im Viertelfinale-Heimspiel im Februar 2002 gegen Köln raus (1:2 n.V.) und nahm sechs Tage später nach der Derby-Pleite bei Cottbus (0:1) seinen Hut. Dardai weinte damals im Mannschaftsbus, weil sein Trainer-Ziehvater ging.
Für Röber war nach sehr guten sechs Jahren Schluss bei den Blau-Weißen. Für Dardai beginnt die Karriere als Coach jetzt erst richtig. Röber: „Hertha steht völlig zu Recht auf Platz 3. Die letzten Siege waren völlig souverän. Da ist eine gewisse Eigendynamik. Es scheint alles zu passen. Der Zusammenhalt der Truppe ist genauso wie bei uns damals.“
Verantwortlich dafür ist am Ende immer der Chefcoach. Der Kulttrainer glaubt auch nicht, dass diese Mannschaft abheben wird: „Pal wird schon genau aufpassen, dass es keine Selbstgefälligkeit gibt. Er wird alle Spieler warnen, dass es nur so weitergeht, wenn jeden Tag hart gearbeitet wird.“
Doch wohin soll das noch in dieser Saison führen? Die Frage stellt sich jeder Fan. Röber: „Diese Mannschaft ist gewachsen und es wurde sehr gut im Sommer eingekauft. Darida, Ibisevic, Weiser passen perfekt ins Team. Im Pokal ist wirklich alles drin. Heidenheim ist eine absolut lösbare Aufgabe im Viertelfinale.“ Der Traum vom Pokalfinale lebt auch bei Röber.
Und was ist mit der Bundesliga – wo steht Hertha am Saisonende? Röber sagt es so: „Natürlich wird der Verein weiter sagen, dass es um eine ordentliche Punktzahl geht. Aber ich glaube schon, dass intern irgendwann von dem Ziel abgerückt wird. Diese Saison ist ein internationaler Platz drin, wenn es weiter so gut läuft.“
Ein Heimsieg zum Jahresabschluss gegen Mainz wäre so wichtig dafür. Röbers Schlusswort: „Auf Rang 3 zu überwintern wäre schon ein Pfund.“
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