Zwei Kreuzbandrisse im rechten Knie, zwei grausame Jahre, die ihn in seiner Karriere weit zurückgeworfen haben. Baumis erstes Bundesliga-Spiel, dieser Weg wird kein leichter sein.
Vor drei Wochen sagte der Mittelfeldspieler noch mit ganz viel Optimismus: „Mein Ziel ist es, beim ersten Bundesliga-Spiel in Augsburg dabei zu sein.“
Trainer Pal Dardai sagte schon damals: „Lange verletzte Spieler schätzen meistens ihre Fitness optimistischer ein.“ Damit hat der Ungar völlig Recht.
Vor zwei Wochen gab es das erste körperliche Warnsignal: Im Trainingslager in Schladming machte ein Muskel im Oberschenkel zu, Baumi brach das Training ab, war kurzzeitig wieder zum Zuschauen verdammt.
„Nach so langer Zeit ist das ganz normal“, sagt Co-Trainer Rainer Widmayer. Baumi wirkte geknickt, aber zum Glück erholte sich der Supertechniker schnell davon.
Am Wochenende bei der 0:2-Saison-Generalprobe gegen Genua konnte Baumjohann wie zuvor gegen Belediyespor (1:0) mitmischen. Er wurde in der 61. Minute eingewechselt.
Was alle sehen konnten: Baumi fehlt noch die Antrittsschnelligkeit und bei Zweikämpfen ging er noch nicht volles Rohr rein.
Dardai „Ich habe eine Abmachung mit Baumi. Er darf sich bei den Zweikämpfen noch zurückhalten.“ Trotzdem langten die Italiener drei Mal hin, grätschten Baumi in die Knochen.
„Das sind Situationen, die Alex braucht, so etwas kommt im Spiel vor. Wenn er solche Aktionen ohne Probleme wegstecken kann, dann ist er auf dem richtigen Weg“, so Dardai. Baumjohann ließ sich nichts anmerken.
Trotzdem sagt der Coach: „Es wird noch ein paar Wochen dauern, bis Baumjohann sein erstes Bundesliga-Spiel machen kann.“
Geduld ist bei dem Mittelfeldstrategen und bei Hertha angesagt. Denn das Team hat eigentlich seine genialen Pässe, seinen Spielwitz bitter nötig. Doch bis seine spielerische Leichtigkeit wieder voll da ist, wird es noch ein langer und kein leichter Weg sein.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com