Oberstaufen - Sie sind Herthas ungleiches Paar - der eine ist 34, der andere 12 Jahre jünger: Routinier Pal Dardai und Fabian Lustenberger. Beide spielen in Markus Babbels Planspielen für die Zweitliga-Saison eine große Rolle. Sie sollen die Abräumer vor der Abwehr werden und den Spielaufbau ankurbeln. Das Doppelinterview mit der blau-weißen Doppel-Sechs.?Der Abstieg ist jetzt 76 Tage her. Wie denken Sie mit etwas Abstand darüber?!Lustenberger: Die schlechte Hinrunde mit nur sechs Punkten hat uns den Kopf gekostet.!Dardai: Wer absteigt, hat es auch verdient. So einfach ist es.?Trotzdem sind Sie beide dem Klub treu geblieben. Warum?!Lustenberger: Ich bin noch ein junger Spieler. Und ich sehe meine besten Perspektiven bei Hertha - auch wenn wir jetzt nur Zweite Liga spielen. Ich glaube fest an den Wiederaufstieg.!Dardai: Für mich kam nichts anderes infrage, als Herthaner zu bleiben. Ich will noch einmal dabei sein, wenn wir wieder aufsteigen. Und ich habe ein gutes Gefühl.?Sie werden die wichtigsten Positionen im Team spielen. Stimmt zwischen Ihnen die Chemie?!Dardai: Mit Lusti klappt es einfach sehr gut. Wenn der eine nach vorne geht, lässt sich der andere nach hinten fallen.?Gibt es dafür Geheimkommandos?!Lustenberger: Das läuft instinktiv, sind Automatismen.!Dardai: Fabian ist trotz seines Alters schon erfahren und ein kluger Kopf. Aber er muss den langen öffnenden Pass noch besser machen und torgefährlicher werden.!Lustenberger: Das sehe ich genauso. Da muss ich mich verbessern.?Sie hatten beide schlimme Verletzungen vergangene Saison. Wie gehen Sie jetzt damit um?!Lustenberger: Mein zweiter Mittelfußbruch im Sommer 2009 war hart, weil ich erst am Ende der Hinrunde spielen konnte. Jetzt mache ich mir keine Gedanken mehr darum. Ich fühle mich körperlich topfit.!Dardai: Bei mir war es das Sprunggelenk. Ich habe mit Spritzen gespielt und trainiert, quasi nur mit einem Bein. Ich dachte öfter: Fußball? Das war es jetzt. Ich hoffe, dass ich diese Saison von großen Verletzungen verschont bleibe. So lange ich noch fit bin, mache ich weiter.!Lustenberger: Genau das schätze ich an Pal, da ist er mein Vorbild. Er musste schon viele Rückschläge einstecken, war öfter abgeschrieben. Aber er ist immer aufgestanden.?Das könnte Herthas Motto für die Saison werden ...!Dardai: Wenn wir als Team zusammenhalten, klappt es mit dem Aufstieg.!Lustenberger: Die Stimmung und der Zusammenhalt sind besser als vergangene Saison. Klar haben wir Druck, aber damit müssen wir umgehen.------------------------------HERTHA KOMPAKTLob vom BossPräsident Werner Gegenbauer ist seit Beginn des Trainingslagers in Oberstaufen dabei und lobt Trainer Markus Babbel und die Mannschaft. "Was Babbel macht ist okay. Hier wächst etwas zusammen", so der Boss.Heute dritter TestDas nächste Testspiel, bitte! Heute (19 Uhr) erprobt Trainer Markus Babbel sein Team beim Regionalligisten SSV Ulm. Es ist das dritte Spiel nach dem 8:0 gegen Isny (Achte Liga) und dem 2:0 gegen Kottern (Siebte Liga).Biggis Boy GroupErst hat er das Trainingsspiel verloren, dann musste Sascha Bigalke beim Mannschaftsabend auf der Berghütte auch noch singen. Zusammen mit vier anderen Jungprofis schmetterte er die Vereinshymne "Blau-weiße Hertha!" Zwar saß der Text noch nicht sehr sicher, das war aber das geringste Problem. Die Höchststrafe folgte von den lieben Kollegen: Die Gesangseinlage wurde auf die Internet-Seite www.youtube.com gestellt.------------------------------BU: Fabian Lustenberger (r.) und Pal Dardai sind Herthas neues Dreamteam vor der Abwehr.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com