16. Juni 2014: Die USA spielt in der WM-Vorrunde gegen Ghana. Brooks wird eingewechselt und köpft in der 88. Minute das Tor zum 2:1-Sieg. Über Nacht wird er zum Helden. Für ein Land, das immer nach Helden lechzt. „Das musste ich erstmal verarbeiten und richtig einordnen“, gab Brooks später zu.
Zurück in Berlin, holte den Deutsch-Ami der graue Bundesliga-Alltag ein. In der Hinrunde unterliefen ihm Schlendrian-Fehler, bei Hertha lief es sowieso nicht gut und Ex-Trainer Jos Luhukay sparte nicht mit Kritik.
Jürgen Klinsmann forderte ein, dass „Jay“ mehr Konstanz zeigen muss. Der Denkzettel saß. In der Rückrunde lief es viel besser unter dem neuen Coach Pal Dardai. Manager Michael Preetz lobt den jungen Verteidiger: „John bringt alles mit, er hat zuletzt einen Schritt nach vorne gemacht.“ Auch Klinsi sagt: „John hat einen Riesensprung gemacht, auch in der Persönlichkeitsentwicklung.“
In der Bundesliga war er der drittbeste Zweikämpfer in der Saison 2014/15 mit 68 Prozent gewonnener Duelle. Nur Martin Stranzl (Gladbach, 78 Prozent) und Salif Sane (Hannover/69,5 Prozent) waren besser. Das ist nicht das Einzige: Brooks hat eine gute Technik und ist torgefährlich. Beim 4:3 gegen Holland vor vier Tagen traf er wieder für die USA. Macht er morgen gegen Deutschland sein nächstes Tor?
Vor knapp zwei Jahren entschied sich Brooks, der gebürtige Berliner mit zwei Pässen, für die USA zu spielen. Eigentlich hätte er auch das Zeug für die DFB-Elf. Das ist der einzige Schönheitsfehler in der jungen Karriere ...
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