Es war kurz vor der Halbzeit, als Jordan Torunarigha den weiten Weg nach vorne suchte. Der Innenverteidiger positionierte sich auf Höhe des kurzen Pfostens und lauerte im gegnerischen Strafraum auf einen Eckball von Valentino Lazaro. Dann schraubte sich „Air Jordan“ in die Luft und köpfte das Leder aus halbrechter Position ins lange Eck – das 1:0 (44.).
Beim anschließenden Torjubel an der Seitenlinie legte Torunarigha, der nigerianische Wurzeln hat, ein kleines Tänzchen hin. Torunarigha erklärt: „Das ist ein Tanz, den wir immer in der Kabine machen. Er kommt vom Videospiel Fortnite.“ Kumpel Valentino Lazaro monierte augenzwinkernd an: „Er hat mich an der Seitenlinie beim Tanzen etwas im Stich gelassen. Das geht sicher besser.“
Endlich wieder lachender Sieger
Sonst sah das aber richtig gut aus, was Torunarigha da zeigte. In der 73. Minute stand der deutsche U21-Nationalspieler erneut im Fokus. Wieder tänzelte er, diesmal auf der linken Seite, machte Gegenspieler Weydandt nass und brachte die Flanke punktgenau auf den Kopf von Vedad Ibisevic. Der Routinier ließ sich die Chance nicht nehmen und köpfte in seinem 300. Bundesligaspiel das 2:0. Der wichtige Sieg! Seit dem 28. September, dem Sensations-2:0 gegen die Bayern, gehen die Blau-Weißen endlich mal wieder als lachender Sieger vom Platz.
Ausgerechnet Torunarigha avanciert dabei zum Matchwinner. Das Top-Talent war in den ersten drei Saisonspielen gesetzt, verletzte sich dann an der Achilessehne. Beim 1:4 gegen Düsseldorf vor drei Wochen wackelte er noch mächtig. Jetzt stand er erstmals seit elf Wochen wieder in der Startelf – und zahlt das mit einer Klasse-Leistung zurück. „Mit meinem Spiel gegen Düsseldorf war ich überhaupt nicht zufrieden. Das habe ich aber schnell abgehakt“, sagt das Abwehr-Talent, das sein 3. Bundesligator im 25. Spiel erzielte.
Gegen Abstiegskandidat 96 war Hertha über über weite Strecken besser, hätte im ersten Durchgang nach Chancen von Grujic (9.), Kalou (25.) und Ibisevic (40.) sogar höher führen können. Doch dann kam „Air Jordan“. Der Matchwinner ganz bescheiden: „Ich bin sehr glücklich, dass ich der Mannschaft helfen konnte.“
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