„Vergangenes Jahr Rang 7, jetzt 6. Das ist eine Bestätigung unserer systematischen Arbeit. Es gibt aber noch sehr viel Luft nach oben“, sagt Pal Dardai. Hertha spielte diszipliniert, solide und effektiv, aber nur selten mit Glanz. Topgegner wie Dortmund (2:1) und Bayern (1:1) wurden mit starker Defensivarbeit ausgebremst. Doch die Heimblamage zum Abschluss gegen Bayer hat mal wieder das größte Manko aufgezeigt. Andere Teams spielen mit mehr Tempo. Der Trainer sagt es selbst: „Leverkusen war zu schnell für uns. Wir müssen anders arbeiten, uns anders bewegen und sehr viel an der Schnelligkeit arbeiten. Im Umschaltspiel haben wir Defizite.“
Aber: Nur mit noch mehr fleißiger Trainingsarbeit wird Hertha nicht schneller. Auch nicht mit jungen Talenten, die dank der sehr guten Nachwuchsarbeit nachrücken. Wenn der Klub in der Europa League spielen sollte, muss der Kader aufgestockt werden, sonst droht eine Bundesliga-Saison mit Abstiegsangst.
Vladimir Darida, Jordan Torunarigha und Sebastian Langkamp (v.l.) sind nach dem Debakel gegen Leverkusen bedient. Wenn Hertha weiter oben mitspielen will, dann brauchen die drei auch neue Kollegen.
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Dardais Arbeit seit zwei Jahren und drei Monaten hat eine eindeutige Handschrift: Erst hat er die Abwehr stabilisiert, dann die defensive Organisation. In dieser Saison war eigentlich die Offensive als nächstes Entwicklungsprojekt dran. Doch Zugang Ondrej Duda und der dynamische Kreativspieler Mitchell Weiser waren dauerverletzt. Andere konnten diese Lücken nicht schließen.
Dazu lahmte das Flügelspiel. Weder Genki Haraguchi, Valentin Stocker noch Alexander Esswein konnten Stürmer Vedad Ibisevic regelmäßig mit Flanken versorgen. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf. Neue Flügelflitzer müssen her, dazu noch ein Stürmer.
Hertha bekommt durch den neuen TV-Vertrag einen Geldsegen von über 50 Mio. Euro. Da muss auch Kohle für größere Stars drin sein. Reicht das nicht aus, muss über einen Verkauf von John Brooks nachgedacht werden. Sein Nachfolger Jordan Torunarigha spielt jetzt schon mit. Die Kaderplanung läuft in den nächsten Tagen an. Es wird viel Arbeit für Manager Michael Preetz.
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