Hertha BSC

Wiedersehen unter Freunden: Ex-Keeper Aerts trifft Kraft

Der Aufstiegstorwart von 2011 macht Mut: „Thomas wird seine Chance bekommen!“

Wolfgang Heise
Lesezeit 3 Min
Immer schön Druck machen! Maikel Aerts auf dem Schenckendorffplatz im Gespräch mit Kraft, der nur noch Herthas Nummer 2 ist.

Immer schön Druck machen! Maikel Aerts auf dem Schenckendorffplatz im Gespräch mit Kraft, der nur noch Herthas Nummer 2 ist.

© Jürgen Engler

Gute Freunde kann man nie trennen – auch wenn sie mal Konkurrenten waren. Überraschung für Herthas Torwart Thomas Kraft (28) am Schenckendorffplatz. Der blau-weiße Ex-Keeper Maikel Aerts (40) schaute  vorbei und  spricht Kraft Mut zu.  Was für eine große Geste des Holländers. Aerts verlor 2011 den Stammplatz an Kraft. Jetzt musste der Ex-Bayern-Torwart den Platz für  Rune Jarstein räumen.

Kraft beendete gerade seine Spezialeinheit mit Sprints aus dem Tor abseits des Mannschaftstrainings. Plötzlich tauchte Aerts zwischen den Bäumen am Geräteschuppen auf und begrüßt Kraft herzlich.

Der Riese (1,98 Meter) mit der Glatze macht gerade eine Woche Urlaub in Berlin. „Mein Sohn Kane wollte seine alten Schulfreunde mal wieder sehen. Und ich wollte mal wieder bei meiner Hertha vorbeischauen und Thomas sehen“, erklärt Aerts.

Es ist ein Beweis für eine schöne Tradition bei Hertha. Trotz des härtesten Konkurrenzkampfes um die Nummer 1, gab es noch nie Gift zwischen den Keepern – im Gegenteil. Es wuchsen oft Freundschaften daraus. Die Torhüter sind zwar manchmal eigen, aber ein verschworener Haufen in einem Spezialteam innerhalb der Mannschaft.

2011  wurde  Aerts, der zur Aufstiegself gehörte, Thomas Kraft vor die Nase gesetzt. Der Holländer blieb fair und lobte Kraft damals: „Thomas ist nicht nur ein guter Torhüter, sondern ein Supertyp. Da fällt es mir leichter, ins zweite Glied zu rücken.“

Die Zeiten haben sich bei Hertha geändert. Jetzt muss sich Kraft auf die Bank setzen. Rune Jarstein ist die Nummer 1. Aerts: „Da ist ein bisschen Pech für Thomas dabei. Er war vergangene Saison lange verletzt und Rune hat ihn überragend vertreten. Da hat es Rune verdient, jetzt im Tor zu stehen. Aber Thomas ist so ehrgeizig. Er wird von hinten richtig Druck machen, darauf muss sich Rune einstellen. Irgendwann wird Thomas wieder seine Chance bekommen.“

Aerts musste 2012 seine Karriere wegen eines kaputten Knies (Kreuzbandanriss) mit 36 Jahren beenden.  Jetzt wohnt er mit seiner Familie wieder in seiner Heimatstadt Eindhoven. „Mein Sohn Kane ist gerade vor ein paar Tagen in der Jugendakademie vom PSV aufgenommen worden, für die F-Jugend – natürlich als Torwart“, sagt Maikel voller Vaterstolz. Aerts gibt seine Keeper-Gene weiter, inklusive Fairness und Freundschaft.

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