Für den sympathischen, volksnahen Klub aus Südhessen mit seinem urigen, altmodischen Stadion geht es um nichts mehr, außer um 90-Minuten-Spaß mit anschließender Verlängerung am Bierstand. Die Blau-Weißen sind noch voll im Wettkampfmodus. Und weil diese Saison so herrlich verrückt ist, kann keiner ausschließen, dass Hertha nach dem Abpfiff über die Qualifikation zur Europa League jubelt – schon vor dem 34. Spieltag.
Rauschendes Abschiedsfest aus der Bundesliga für Darmstadt – oder feiern Herthas Profis nach dem Abpfiff den Einzug in die Europa League?
© City-Press GbR
Die Bedingungen dafür: Endlich sollte der Dardai-Elf mal wieder ein Auswärtssieg gelingen. Gleichzeitig müssen die Verfolger Köln (in Leverkusen) und Bremen (gegen Hoffenheim) verlieren. Zudem darf Gladbach nicht in Wolfsburg gewinnen. Unrealistisch ist dieses Wunschkonzert nicht. Doch erst mal müssen die blau-weißen Profis endlich diesen verdammten Auswärtsfluch besiegen. So einfach wird das aber nicht. „Darmstadt hat zuletzt sehr gut gespielt. Da kann man nicht hinfahren und sagen, die sind abgestiegen, das wird leicht. Die spielen ohne Druck auf“, mahnt Vedad Ibisevic.
"Wir dürfen sie nicht unterschätzen.“
Auch Trainer Pal Dardai warnt vor Lässigkeiten gegen den Absteiger: „Das ist ein guter Gegner. Die haben sich gut entwickelt mit dem neuen Trainer (Torsten Frings, die Red.). Wir dürfen sie nicht unterschätzen.“ Wer es nicht glaubt, dass die Lilien keine Blumen in diesem Spiel verschenken, muss nur den Worten von Darmstadts Verteidiger Aytac Sulu lauschen: „Ich kann allen versprechen, dass wir uns nicht ergeben werden, wollen keine Wettbewerbsverzerrung. Wer das Privileg hat, in der Bundesliga zu spielen, der muss in jedem Spiel, egal, ob man schon abgestiegen ist, alles geben – das ist wahre Charakterstärke.“
Psychisch stärker waren die Südhessen letztes Jahr am 33. Spieltag. Darmstadt gewann 2:1 im Olympiastadion, sicherte sich den Klassenerhalt. Gleichzeitig versauten die Lilien den Blau-Weißen die direkte Qualifikation für die Europa League. Das alleine sollte für Herthas Profis Motivation genug sein, auch wenn nur mit einer Baby-Abwehr um Jordan Torunarigha (19) und Florian Baak (18) gespielt wird. Manager Michael Preetz: „Wir gehen das mit Optimismus an, weil wir es in den eigenen Händen haben. Wir sind in einer Situation, in der wir keine Angst haben. Wir können nur gewinnen.“ Dann lasst doch die Europarty steigen ...
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com