„Salomon muss daran arbeiten, dass er für das Team wertvoller wird“, zeigt der Coach klare Kante. Der 70-fache Nationalspieler der Elfenbeinküste hat sich selbst aus dem Team gespielt. Der Knackpunkt war das Heimspiel gegen Hannover 96. Bei der 0:2-Schlappe war der Stareinkauf zu eigensinnig. Hätte er auf die besser postierten Stocker oder Beerens abgespielt, wäre Hertha wohl in Führung gegangen. Hätte, hätte … Tat er aber nicht – und Hertha verlor.
Jos Luhukay ärgerte sich über diese Ego-Aktion, zog seine knallharte Konsequenz und setzte ihn in Köln und gegen Bayern auf die Bank. Die Blau-Weißen sind noch ein fragiles Gebilde. Da reicht es dem Trainer nicht, wenn Kalou Tore erzielt, erklärt er. „Kalou muss als Teamspieler wertvoller werden. Nicht nur bei Ballverlust, sondern auch bei Ballbesitz.“ Heißt übersetzt: Herthas bester Torjäger (vier Treffer) spielt zu wenig ab.
Deswegen der Wechsel im Sturm. Denn Julian Schieber verkörpert, was der Trainer jetzt fordert: Aufopferung, Bereitschaft und vor allem Teamgeist. Luhukay: „Ich denke, dass wir mit Julian als Team gut aufgestellt sind.“ In Köln hat die Maßnahme gefruchtet. Jeder in der Mannschaft rannte für den anderen. Dieser Köln-Elf schenkte er auch sein Vertrauen gegen den Rekordmeister. Höchstwahrscheinlich auch nächsten Sonnabend in Gladbach.
Wie wird Herthas Superstar Kalou damit umgehen? Der Champions-League-Sieger von 2012 ist sehr selbstbewusst. Kalou zum KURIER. „Es ist okay, dass ich von der Bank komme, wenn mein Konkurrent besser ist. Aber wenn nicht, dann nicht!“
Dieser Denkzettel wird Kalou nicht schmecken. Jetzt liegt es an ihm zu zeigen, dass er die Kritik verstanden hat. Luhukay ist optimistisch: „Er wird da zulegen.“
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