Hertha-Pleite in Hamburg

Außer Spesen wieder nix gewesen

Sechste Auswärtspleite am Stück, diesmal nach Platte-Fehler.

Wolfgang Heise
Lesezeit 3 Min
Marvin Plattenhardt (2.v.r.) ist wie Vedad Ibisevic (r) total bedient. 

Marvin Plattenhardt (2.v.r.) ist wie Vedad Ibisevic (r) total bedient. 

© imago/Matthias Koch

Platte ging nach dem Abpfiff nur kurz in die Gästekurve zu den rund 2000 mitgereisten Hertha-Fans, marschierte als Erster in die Katakomben des Volksparkstadions und stellte sich sofort den Journalisten: „Das ist einfach scheiße gelaufen. Nach dem abgefangenen Ball muss ich ihn einfach nur weghauen. Dann wäre nichts passiert. Das ist alles ein bisschen unglücklich und ärgerlich.“ Respekt für so viel Charakterstärke. Nicht jeder Profi wäre so mutig mit seinem Fehler, der das Spiel entschied, umgegangen.

Hertha in Hamburg

Das Ende aller Hertha-Hoffnungen: Ekdal versenkt den Ball zum 0:1. Torwart Jarstein hat keine Chance, Brooks und Langkamp (v.l.) kommen zu spät.

Das Ende aller Hertha-Hoffnungen: Ekdal versenkt den Ball zum 0:1. Torwart Jarstein hat keine Chance, Brooks und Langkamp (v.l.) kommen zu spät.

© City-Press GbR

Marvin Plattenhardt (2.v.r.) ist wie Vedad Ibisevic (r) total bedient. 

Marvin Plattenhardt (2.v.r.) ist wie Vedad Ibisevic (r) total bedient. 

© imago/Matthias Koch

Weil Marvin Plattenhardt sich von Bobby Wood den Ball abjagen lässt anstatt die Kugel einfach wegzuhauen, verliert Hertha auch in Hamburg. Es ist schon die sechste Auswärtspleite in Folge. 

Weil Marvin Plattenhardt sich von Bobby Wood den Ball abjagen lässt anstatt die Kugel einfach wegzuhauen, verliert Hertha auch in Hamburg. Es ist schon die sechste Auswärtspleite in Folge. 

© imago/Matthias Koch

Per Skjelbred (r.) haut sich immer voll für Hertha rein.

Per Skjelbred (r.) haut sich immer voll für Hertha rein.

© imago/ActionPictures

Ratlose Gesichter bei den Herthanern nach Spielschluss.

Ratlose Gesichter bei den Herthanern nach Spielschluss.

© dpa

© dpa

© Bongarts/Getty Images

Berlins Sebastian Langkamp versucht  vergeblich, Kyriakos Papadopoulos (HSV) am Kopfball zu hindern.

Berlins Sebastian Langkamp versucht  vergeblich, Kyriakos Papadopoulos (HSV) am Kopfball zu hindern.

© dpa

© Bongarts/Getty Images

© dpa

Es war ein zähes Spiel, bei dem sich zwei Teams eigentlich nur belauerten und auf den Fehler des anderen warteten. Und der passierte dann in der 77. Minute wie aus dem Nichts. Hertha hatte gerade einen Angriff des HSV abgefangen. Plattenhardt marschierte drei Meter nach vorne und suchte ein wenig zu lange einen Nebenmann für einen kurzen Pass. Hamburgs Bobby Wood nutzte es aus. Der Ex-Unioner nahm Platte den Ball ab, passte zu Aaron Hunt und der flankte auf Albin Ekdal, der akrobatisch aus sechs Metern zum 1:0 für Hamburg traf. Was für eine bitterer Blackout des sonst so zuverlässigen Linksverteidigers.

Einfach nur ärgerlich! Doch was Mut macht, ist nicht nur Plattes sofortiges Eingeständnis, sondern auch die Reaktion seiner Mitspieler. Verteidiger Sebastian Langkamp nahm seinen Kollegen in Schutz: „Das war nicht nur allein Plattes Schuld. Die zweite Defensivreihe hätte sofort nachrücken müssen, dann hätten wir das Tor vielleicht verhindern können.“ Der Teamgeist lebt in dieser Mannschaft.

Doch das alleine reicht nicht aus, um weiter oben mitzumischen. Mit etwas mehr Mut hätten die Blau-Weißen einen Sieg einfahren können. Trainer Pal Dardai: „In der ersten Halbzeit war es mehr Kampf, nicht so viel Fußball. Nach der Pause haben wir es besser gemacht. Doch dann kam der Fehler von Platte. Es war eigentlich ein typisches Unentschieden-Spiel. Aber Hamburgs Sieg ist nicht unverdient.“ Punkte futsch – und auf einen Heimsieg Sonnabend gegen Dortmund kann sich auch keiner verlassen.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com