Vergessen wir ganz schnell die erste Halbzeit vor 41.648 Fans im Olympiastadion. Es war heiß, das Spiel war langsam ohne großen Höhepunkte. Richtig prickelnd war da nur die Trinkpause, die Schiri Benjamin Brand in der 24 Minute verordnete.
Der blau-weiße Wahnsinn begann erst nach der Pause. Erst setzten Vladimir Darida (54.) und Genki Haraguchi (56.) zwei Warnschüsse ab, dann folgte die 62. Minute: Haraguchi mit starkem Pass zu Vedad Ibisevic am Strafraum, der lässt den Ball abtropfen und Darida nimmt ihn auf, läuft noch drei Meter und zieht dann eiskalt zum 1:0 ab. Ein Angriff wie aus dem Lehrbuch.
Darida jubelt nur ganz verhalten, er hebt nur seinen Zeigefinger und schaut ohne eine Miene zu verziehen ins weite Rund. Nein, er wollte seine ehemaligen Kollegen aus dem Breisgau nicht zu sehr ärgern. Edler Sportsmann und ein noch feineres Tor mit einer tollen Vorbereitung.
Eigentlich schien das Spiel schon danach gelaufen zu sein. Es lief schon die Nachspielzeit. Eigentlich. Es folgte dann aber der echte Nervenkick. Freiburg glich durch Nicolas Höfler nach einer Ecke aus (90.+3). Auf einmal war es still in der Arena. Wieder kein Sieg gegen Freiburg?
Nicht mit dieser Hertha. Haraguchi passt zu Joker Julian Schieber, der in der 85. Minute eingewechselt wurde. Und der zieht aus spitzem Winkel ab zum 2:1 (90.+5). Danach ist Schluss und der Jubel grenzenlos. Minutenlang lassen sich die Hertha-Profis von den Fans in der Ostkurve feiern. Solche Siege sind doch die schönsten.
Hertha gegen Freiburg
Jubeltraube in Blau-Weiß. Ganz unten liegt 2:1-Torschütze Julian Schieber, ganz oben sitzt Fabian Lustenberger. Dazwischen: Ganz viel Hertha-Glück.
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Julian Schieber schaut seinem Schuss hinterher. Mit der Innenseite hat der Herthaner die Kugel auf den Weg zum 2:1 gegen Freiburg gebracht. SC-Keeper Schwoloch ist gleich machtlos.
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Blau-weißes Happy End zum Saisonstart – nur getrübt durch einen Muskelfaserriss im Oberschenkel von Per Skjelbred in den Schlussminuten. Jetzt kann es sogar historisch werden. Hertha ist noch nie in der Bundesliga mit zwei Siegen gestartet. Ein Dreier beim FC Ingolstadt in zwölf Tagen ist machbar.
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