Hellseher

Pals Märchen von Genki Haraguchi

Herthas Trainer Dardai sagte die steile Entwicklung des japanischen Ninja-Kämpfers auf das Tor genau voraus.

A. Bellert
Lesezeit 2 Min
Genki Haraguchi hat allen Grund zur Freude. Hertha spielt gut und er selbst hat einen richtig guten Lauf.

Genki Haraguchi hat allen Grund zur Freude. Hertha spielt gut und er selbst hat einen richtig guten Lauf.

© City Press Lizenz

„Es war schön, endlich wieder zu treffen. Vor allem, weil es vor den eigenen Fans war und weil ich helfen konnte, dass wir gewinnen“, sagte Genki erleichtert und glücklich nach dem 2:1-Sieg gegen Stuttgart. Was er nicht sagte: Sein Trainer ist ein Hellseher und sagte genau dieses Märchen voraus.

Genki Haraguchi durfte am zweiten Spieltag – weil Roy Beerens gesperrt fehlte – gegen Bremen (1:1) zum ersten Mal in die Startelf, vergab eine gute Chance. Beim nächsten Anlauf in Dortmund (1:3) stand Genki als Turbostürmer für Salomon Kalou in der Startelf und hätte Hertha auf den Weg zum Sensationsdreier bringen können. Aber Mats Hummels verhinderte den Treffer im letzten Moment. Gegen Stuttgart (2:1), beim dritten Anlauf, passte es! Sehenswert erzielte er nach toller Körpertäuschung seinen zweiten Liga-Treffer für die Blau-Weißen.

Als der pfeilschnelle Japaner im vergangenen Sommer für den Schnäppchenpreis von 500 000 Euro von den Urawa Red Diamonds zu Hertha kam, fragten viele: „Genki, wer?“ Und vermuteten, dass der 24-Jährige nur verpflichtet wurde, um Hajime Hosogai wieder auf Touren zu bringen. Weit gefehlt! Hosogai blieb Auslaufmodell, wurde in die Türkei (Bursaspor) verliehen. Ninja Genki flutscht auf dem Flügel oder als Aushilfsstürmer inzwischen wie ein geschliffenes Samuraischwert durch die Abwehrreihen der Gegner.

Genki hat sich festgedribbelt. Mit seinem unermüdlichen Einsatz und seinem Tempo gibt er der Mannschaft eine Extraportion Unberechenbarkeit. In 90 Minuten läuft er 10,7 Kilometer. Er führt das Team in der Kategorie Sprints an. Und auch bei den schnellen, den intensiven Läufen ist er unter den blau-weißen Top drei.

Dardai schleift sich sein Juwel aus dem Fernen Osten zurecht. Das ist gut für Hertha und für Genki selbst. Er war letzte Woche sogar wieder bei der Nationalmannschaft. Nach zwei Jahren Abstinenz durfte der Nippon-Krieger für das Land der aufgehenden Sonne spielen. Genkis Geschichte ist ein Märchen – und Trainer Pal Dardai ein Hellseher.

Hier die Hertha-Wunschelf wählen!

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com