Held gegen Dortmund

Marius Bülter rauscht durch die Ligen

Der Doppelpacker steigt in nicht mal 15 Monaten von Klasse vier zur Elite auf.

Mathias Bunkus
Lesezeit 3 Min
Marius Bülter setzt nach seinem 2:1 gegen Dortmund zum Jubellauf an.

Marius Bülter setzt nach seinem 2:1 gegen Dortmund zum Jubellauf an.

© dpa

Nicht einmal 15 Monate ist es her, da spielte der 1,88 m große Linksaußen noch in der Regionalliga West! Seine 20 Tore für den viertklassigen SV Rödinghausen waren zwar sehr beachtlich, aber mit immerhin schon 24 Lenzen auf dem Buckel und ohne den Backround einer Fußball-Akademie im Rücken schien sein Weg ins Fußball-Oberhaus nicht vorgezeichnet.

Maschinen bauen kann er auch

Maik Walpurgis hatte ihn einst als Trainer des VfL Osnabrück nach einem Probetraining fallen lassen. Nicht umsonst hat der gebürtige Ibbenbürener zweigleisig gedacht, neben dem Fußball in Osnabrück sein Maschinenbaustudium abgeschlossen. Auch wenn das rund zehn Semester gedauert hatte. 

Die letzte Spielzeit änderte alles für ihn. Zweitligist Magdeburg wurde zum Durchlauferhitzer für den Blondschopf. Union eiste Marius vom Absteiger los. Erstklassigkeit statt 3. Liga! „Ich wollte eigentlich nur so viele Spiele wie möglich machen bei Magdeburg in der 2. Liga. Jetzt spiele ich auf einmal sogar in der Bundesliga. Ich hatte es mir zugetraut, sonst wäre ich den Weg ja nicht gegangen“, so Bülter. Aber ein Stück weit Wahnsinn ist alles schon. Aber keiner, der von ihm Besitz ergreift. „Auch wenn ich zweimal getroffen habe, das war ein Sieg der gesamten Mannschaft. Und der Fans. Wir haben echt zu zwölft gespielt“, merkte Bülter an.

Immer schön bodenständig bleiben. Wofür vor allem seine Freundin sorgt, die noch in Osnabrück arbeitet und am Wochenende zu Besuch kam. „Die hat mit Fußball nix am Hut“, verriet Unions Matchwinner.
Richtig realisiert hat er den Coup noch nicht. „Das ist so geil. Derzeit komme ich noch gar nicht so dazu, das alles zu begreifen. Ich bin viel zu sehr drin im Fluss, empfinde die täglichen Abläufe als normal. Man realisiert das wohl erst später“, meinte der in der kleinen westfälischen Gemeinde Dreierwalde aufgewachsene Bülter. „Aber ich weiß auch, dass das Spiel jetzt abgehakt ist. In zwei Wochen interessiert das keinen mehr“, meinte Bülter.

Nicht mehr unterm Radar

Womit er mit Sicherheit irrt. Denn Bremens Trainer Florian Kohfeldt wird seine Jungs mit Sicherheit auf den Union-Helden aufmerksam machen. Mit seinen zwei Buden in nur drei Spielen wird er nicht mehr unter dem Radar durchlaufen können. Was Trainer Urs Fischer freut. „Es ist doch gut, wenn sich die anderen Trainer mit unseren Spielern beschäftigen müssen.“ Es zeigt, dass der Neuling eben in der Liga angekommen ist und vor allem Ernst genommen werden muss. So wie Bülter eben.
   

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