Heinz L. (68) hatte ein Alibi. Doch das ist geplatzt, weil ein Kumpel ihn belastet

Verpfiffener Geldräuber-Opa will nicht singen

ke
Lesezeit 2 Min

Moabit - Sein Alibi platzte nach einem Streit um viel Geld: Heinz L. (68) sitzt vier Jahre nach einem spektakulären Überfall auf zwei Geldboten vor Gericht. Ein Kumpel hatte ihn verpfiffen. Jetzt prüfen die Richter: War L. wirklich dabei, als Räuber Otto R. (59) erschossen wurde?Hager, Brille, gefaltete Hände. Der Rentner zeigte sich zugeköpft: "Ich schweige." Gier nach Geld brachte ihn seit 1985 immer wieder vor Gericht - oft als Betrüger, auch wegen einer Millionen-Abzocke. Insgesamt 20 Jahre Haft fing sich Kaufmann L. bereits ein. Im Knast lernte er auch Otto R. kennen. Der zog im Oktober 2006 zu ihm. Einen Monat später dann der Überfall.Es war am 9. November 2006, als gegen 21.30 Uhr ein Transporter der Firma Brinks vor der Sparkasse in der Karl-Marx-Allee (Friedrichshain) hielt. Zwei Geldboten stiegen aus, wollten die Automaten neu mit Scheinen bestücken. Plötzlich kam ein Mann, brüllte: "Überfall, Geld her!" Er schoss sofort.Otto R., glücklos, unverbesserlich. Saß mehrfach als Räuber, ballerte zuletzt mit einer täuschend echten Schreckschuss-Waffe auf die Wachleute. Sie schossen zurück. Eine Kugel zerfetzte sein Herz. Sein Komplize floh. Geschockt sahen die Geldboten das Blut. Bis heute blieb Angst vor Rache.Für L. bestätigte ein Kumpel: "Er saß zur Tatzeit vorm Fernseher." Die Männer versuchten sich dann wohl als Geschäfts-Partner. Als sich der Alibi-Mann um 17 000 Euro betrogen fühlte, packte er gegen L. aus. Fortsetzung: Donnerstag.------------------------------

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema