Insbesondere im Sommer lässt das Programm mancher Fernsehsender leider mehr Wünsche offen als die Reformliste Griechenlands.
Bei den ganzen Wiederholungen, Billoproduktionen und Trashkanonen fragt man sich schon, wieso man überhaupt noch einschalten soll, wenn das eigene Leben fast spannender ist als das Gezeigte in der Glotze. Gut, das denken WIR, die wir normalsterblich geboren wurden und regelmäßig unsere Steuern zahlen.
Sollten Sie jedoch Uli Hoeneß heißen und hatten gestern etwas Glück und vor allem Freigang, so konnten Sie mit ein paar guten Freunden und noch besseren Bratwürstchen aus eigener Produktion einen Heimkino-Abend zum Thema „Das ist Ihr Leben mit Thomas Thieme!“ veranstalten. Haben Sie?
Ach komm, geben Sie es doch zu! Kein Mensch ist so uneitel und würde sich die Gelegenheit entgehen lassen, eine Interpretation seines eigenen Lebens auf dem Bildschirm zu sehen. Ich würde mir meine Lebensverfilmung auf jeden Fall anschauen. Wenigstens, um zu erfahren, welcher Sender meinen Hintern dicker inszeniert. In Ihrem Fall, Herr Hoeneß ist’s das ZDF gewesen.
Deshalb reservieren Sie auch für nächste Woche die Logenplätze im Kittchen und bestellen bei McDoof schon mal den Doppelzocker und den McKnast mit extra viel Käse.
Denn dann macht Sat.1 den Guttenberg, also im übertragenen Sinne des „Copy-Paste“ und schickt den deutlich schlankeren und wenig rotkopfigen Uwe Ochsenknecht als Udo Honig durch die Uli-Hölle.
Ähnlichkeiten sind trotzdem durchaus gewollt und keinesfalls zufällig läuft im Anschluss dazu noch eine Dokumentation über Mr. Rotkopf. Was wir dort leider auch wieder nicht erfahren werden ist, ob Uli Hoeneß bei der ganzen Verfilmerei finanziell was abbekommen hat. Denn, und das haben wir vom FC Bayern gelernt, entscheidend ist nicht, WIE das Spiel war, sondern wie es ausgegangen ist.
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