3:1 in Nürnberg, Warm-Up-Runde gelungen. Aber heute (20.30 Uhr) geht das Rennen für Hertha richtig los. Der Start zum Heimdreierpack. Die Blau-Weißen haben die Riesenchance den Saison-Turbo zu starten.
Heute Schalke, nächsten Sonnabend das Duell mit dem Tabellennachbarn Wolfsburg im Olympiastadion. Dann am 6. Februar das Pokalfest gegen den FC Bayern. Das sind schöne Aussichten für die Profis und auch für die Fans.
Das Rückrunden-Trauma (fast immer schlechter als die Hinrunde) ist nach dem wichtigen Auswärtsauftaktsieg beim Club erstmal aus den Köpfen verschwunden. Der Psycho-Tank wurde nach dem enttäuschenden Hinrunden-Ende (1:2 in Stuttgart, 2:2 gegen Augsburg, 1:3 in Leverkusen) mit Selbstvertrauen aufgefüllt.
Euphorie oder Tristesse
In den nächsten zwölf Tagen kann alles rosarot werden. Zwei Siege gegen Schalke und Wolfsburg, dann wären die Blau-Weißen mindestens auf Platz 6 und mittendrin im Kampf um die Euro-Plätze. Mit breiter Brust geht es dann ins Pokal-Achtelfinale gegen die Bayern. Der Traum vom Endspiel lebt in dieser Truppe und bei Trainer Dardai.
„Wir müssen jetzt genau so fokussiert weiterarbeiten und in die Spiele gehen, wie wir es in Nürnberg gemacht haben. Einiges wurde ja schlecht geredet. Aber wir haben alle Chancen, oben dran zu bleiben“, erklärt Verteidiger Niklas Stark.
Wie bereitet Dardai das Team für das Heimdreierpack vor? Den außergewöhnlichen Spielplan hatte der Trainer schon in der Vorbereitung berücksichtigt. „Wir haben extra ein Trainingsspiel unter Wettbewerbsbedingungen vor dem Nürnberg-Spiel gemacht. Es wird viel Regenerationstraining geben. Wir müssen einen guten Rhythmus haben“, erklärt Dardai.
Die Grujic-Frage
Ganz wichtig ist dabei: Wie verkraftet es Spielmacher Marko Grujic nach seiner Verletzung. In Nürnberg spielte er 60 Minuten. Auch gegen Schalke sollen seine Kräfte nicht überstrapaziert werden. Dardai: „Ich glaube 90 Minuten sind noch zu viel Risiko. Wir werden schauen, wie lange er durchhält. Dann wechseln wir, denn wir haben mehrere Möglichkeiten.“
Schon im Sommer startete Hertha fulminant, war nach drei Spielen und dem 2:0-Sieg auf Schalke mit sieben Punkten auf Platz 4. „Es wäre schön, auch besonders für die Fans, wenn wir auch zuhause Schalke schlagen. Der Auswärtssieg bei Schalke tat in der Hinrunde gut. Jetzt ist es wieder ein besonderes Spiel, auch für den weiteren Saisonverlauf“, erklärt Michael Preetz.
Der Manager sieht schon lange die Chance, dass in dieser Saison mehr drin ist – gerade weil besser finanziell ausgestatte Klubs wie Gegner Schalke oder Leverkusen bisher schwächeln. Diese zwölf wichtigen Tage können die ganze Richtung angeben: Euro-und Pokaltraum oder eben nur graues Mittelmaß.
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