Des späten Tores von Christoph Baumgartner hätte es gar nicht mehr bedurft. Mit seinem ersten Treffer und dem 0:2 hat Hoffenheims Joker in letzter Minute nur das manifestiert, was zuvor so gut wie feststand: Gegen die TSG ist die Top-Serie nach zuvor vier Siegen im Ballhaus des Ostens gerissen. Schade, wirklich schade.
Allerdings ist das nach den 90 Minuten keine Überraschung. Denn es hat schon feurigere Spiele gegeben in Köpenick, zugegeben, mit mehr Glanz und auch mit mehr Aktion. Die Eisernen haben sich in mehr Rausch gespielt und die Gegner in größere Verlegenheit gebracht. Sei’s drum. Aber auch beim bisher überzeugenden Aufsteiger ist nicht immer nur Volldampf unterm Kessel.
Das alles hat zwei Gründe, einen auf beiden Seiten. Die Rot-Weißen, von Anfang an auf größte Sicherheit aus, scheuen lange das allerletzte Risiko. Die Blauen aus dem Kraichgau, mit nur einem Punkt aus den vorangegangenen vier Spielen ein wenig ins Trudeln gekommen, suchen das Risiko erst gar nicht, sondern gehen voll auf Sicherheit.
Diese Zutaten sorgen für eine eher zähe Angelegenheit, eine Partie, die sich mit ganz wenigen Ausnahmen lediglich zwischen den Strafräumen abspielt. Durchpusten muss die Abwehrreihe der Gäste nur, als Anthony Ujah eine Eingabe von Marcus Ingvartsen um Millimeter verpasst (13.), die der Eisernen umso mehr, als Andrej Kramaric einen Konter, allein vor Rafal Gikiewicz angekommen, über die Latte semmelt (31.).
Allein diese Szene ist Warnung genug. Dann passiert es doch, weil Ihlas Bebou nicht vom Ball getrennt wird, aus 20 Metern abzieht und Christopher Lenz den Schuss abfälscht, senkt sich die Kugel entsetzlich exakt über Gikiewicz ins Netz (56.).
Irgendwie passt dieses 0:1, das erste Gegentor zu Hause für die Eisernen nach vier Zu-Null-Spielen und kurioserweise 444 Minuten, zu diesem Match, bei dem keiner einerseits auch nur einen Zentimeter preisgibt. Bei dem es andererseits aber weiterhin an klaren Aktionen mangelt und vor allem Emotionen für Adrenalin sorgen. Es bleibt ein Abnutzungskampf, bei dem das bessere Ende, auch weil Andersson mit einem späten „Riesen“ am grandiosen TSG-Keeper Oliver Baumann scheitert (83.), diesmal nicht bei den Fußball-Göttern liegt.
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