Nach einem Tag mit heftigem Regen und Gewittern ist die Herbststimmung bei vielen Menschen in Deutschland gleich etwas größer als zuvor. Wieder einmal ist deutlich geworden, dass wir uns in großen Schritten auf die kalte Jahreszeit zubewegen. Aber: Wie wird der Winter? In ersten Prognosen ist die Rede von einem Extremwinter … aber ganz anders, als Sie jetzt vielleicht denken. Wir verraten, was die Meteorologen sagen, und werfen für Sie einen Blick auf den 100-jährigen Kalender. Denn der sieht im Winter 2026 etwas ganz anderes auf Deutschland zukommen.
Gibt es diesen Winter wieder Schnee in Massen?
Wie wird der Winter 2026/2027? Im vergangenen Jahr durften wir uns über richtig viel Schnee freuen, was allerdings auch zu Problemen führte. Denn während die weiße Pracht viele Berliner zunächst in einen Freudentaumel stürzte, sorgte die Glätte auch für massive Behinderungen auf Straßen und Gehwegen. Steht uns in diesem Jahr ein weiterer solcher Extremwinter bevor? Extrem könnte es werden … aber in einer ganz anderen Richtung.
Denn laut Meteorologe Dominik Jung deuten die Prognosen eher auf eine sehr milde kalte Jahreszeit hin, die aber gleichzeitig sehr feucht werden könnte. „Ein breites, grünes Feuchte-Signal zieht sich vom mittleren Atlantik in einem gewaltigen Bogen bis auf den Kontinent“, sagt Dominik Jung zu den aktuellen Prognosekarten für Dezember. „Frankreich, die Britischen Inseln und weite Teile Deutschlands liegen mitten in dieser Nass-Schleppe.“ Eine solche Wetterlage bedeute milde Temperaturen, viel Regen und mit großer Wahrscheinlichkeit auch immer wieder Sturm.
Im vergangenen Winter gab es in Berlin richtig viel Schnee - zur Freude vieler Berlinerinnen und Berliner.
© Hannes P Albert/dpa
Übersetzt in klare Prognosen heißt das: „Statt Frost und Flocken drohen Wind, Böen und Dauerregen über den Glühweinständen.“ Weiße Weihnachten könnten laut Jung vor allem in tiefen Lagen eine Seltenheit werden, dafür könnte es häufiger stürmen.
Auch in seinem aktuellen Wetterbericht wirft der Meteorologe einen Blick auf die Winterprognosen. „Es wird ein sehr warmer Winter berechnet, im Norden und in der Mitte 1 bis 2 Grad wärmer als das neue Klimamittel, im Süden sogar 2 bis 3 Grad wärmer.“ Es sieht also nach einem milden Winter aus, der dank viel Regen und Stürmen ins andere Extrem kippen könnte.
Das sagt der 100-jährige Kalender zum Winter 2026
Interessant aber: Der 100-jährige Kalender sieht etwas ganz anderes. Der 100-jährige Kalender ist ein altes Wetter- und Bauernregelwerk, das auf den Abt Mauritius Knauer (1613 bis 1664) zurückgeht. Der Mönch aus dem fränkischen Kloster Langheim beobachtete über mehrere Jahre hinweg das Wetter und versuchte, daraus langfristige Vorhersagen abzuleiten.
Die Grundidee beruht auf dem damals verbreiteten Glauben, dass die sieben klassischen Himmelskörper (Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn) das Wetter eines Jahres beeinflussen.
Bis heute wird der Kalender vor allem in der Landwirtschaft, bei Hobbygärtnern und Wetterinteressierten genutzt. Wissenschaftlich anerkannt ist er jedoch nicht. Moderne Meteorologen weisen darauf hin, dass Wetter und Klima von komplexen atmosphärischen Prozessen abhängen und nicht über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte hinweg nach festen Mustern vorhergesagt werden können. Trotzdem erfreut sich der 100-jährige Kalender großer Beliebtheit.
Die genauen Prognosen laut 100-jährigem Kalender
Wir haben deshalb einen Blick hineingeworfen. Die Prognose für den Dezember 2026: Am 1. Dezember soll viel Schnee fallen, vom 2. bis zum 4. Dezember ist viel Wind angekündigt. „Es ist ungestüm“, heißt es. Am 5. Dezember gibt es erneut viel Schnee, vom 7. bis zum 19. Dezember wird es dann sehr kalt. Die Zeit vom 20. bis zum 28. Dezember bringt viel Regen, der sich nur in höheren Lagen in Schnee verwandelt – und vom 29. bis zum 31. Dezember soll dann wieder viel Schnee mit eisiger Kälte folgen.
Konkret heißt es im Kalender: „Anfang Dezember bricht nach diesem schönem Herbst der Winter herein. Es ist kalt und schneit bis Februar. Der Februar beginnt mild, aber von der zweiten Hälfte des Monats bis zum 4. März folgt anschließend eine große Kälte.“
Was uns das sagt? Dass das Wetter ungewiss bleibt. Denn während Sturm und Regen durchaus zu den aktuellen Prognosen passen würden, bleibt die Schnee-Lage vorerst ungewiss. Es bleibt also nichts anderes als: abwarten!
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